Eretz Yisroel, Golus und Geula – Thora-Antworten auf einen Zionisten

29. Januar 2013

Von REUVEN J. CABELMAN

“Zionismus  ist Avodah Zorah. Religiöser Zionismus ist Religion mit Avodah Zorah kombiniert” (Rav Elchonon Wasserman zt”l)

Beitrag des Zionisten Ulrich J. Becker:

Israel wurde zu grossen Teilen von antireligioesen Zionsiten gegruendet. Es ist auch (noch) nicht der messianische Staat.

Kucken Sie mal gerade in die kommenden Paraschot Schawua. Wie beginnt die Gelua aus Aegypten? Als das Volk an Mosche und HaSchem glaubt. Dort faengt es dann. Kurz danach sind sie wieder komplett draussen und beklagen sich vor Mosche, wie er sie ja jetzt in eine ‘noch schlimmere Lage’ gegenueber der nichtjuedischen Macht versetzt hat. Genau das tun Sie. The rest ist history, und ich habe das Gefuehl, dass auch Satmer history wird.

Das moderne (saekulare) Israel wird immer juedischer, ist in vielen Bereichen Or LaGoim und hat schon unzaehlige juedische Leben gerettet. Soviele Juden wie in allen Kriegen Israels getoetet wurden, wurde in Ausschwitz in einem Tag ermordet – uebrigens gerade zur Zeiten der Vernichtung der ungarischen Juden…

Und ja, der Staat ist demokratisch und ich sehe hier kein Problem (Sie kennen sicherlich Baba Mezia, 59b) Mehrheitsprinzip gab es bei uns schon lange vor der modernen Demokratie.)

Finde ich uebrigens toll, dass sie Rambam zitieren. Nach ihm kann ein Mann oder eine Frau seinen Partner scheiden lassen, ohne die Ketuba zu aktivieren, so er sich weigern sollte in Eretz Israel zu leben. Ganz zu schweigen von Ramban nach dem Sie die Torah Ihnen gebietet nach Israel zu ziehen, was Sie sicherlich wissen.

Aber nochmal zurueck zu Ketobot 111a: Man bezieht sich doch hier auf SchirHaSchirim, oder?

SchirHaSchirim war lange vor der Rueckkehr aus dem babylonischen Exil, vor dem erfolgreichen Aufstand gegen die Griechen (Chanukka) und natuerlich vor den Aufstaenden gegen die Roemer, die uebrigens auch teilweise wichtige rabbinische Unterstuetzung hatten (Rabbi Akiwa). Lehnen sie deswegen Rabbi Akiwa ab? Lehnen sie deswegen Esra und Nechhemia ab? War das alles falsch? Und was mich immer am meisten bei Satmer und anderen anti-israelischen Chassidim interessiert: Feiern sie eigentlich Chanukka?! Dann aufpassen, es ist ein sehr ‘teuflich-zionistisches’ Fest, denn man gedenkt des eigenhaendigen Aufstandes Torah-treuer Juden gegen hellenisierte Juden und Nicht-Juden in Israel. Wie stehen Sie dazu? War das ein Verletzen des Konzepts, das in Ketobot 111a beschrieben wird? War das falsch? Feiern sie Chanukka? Gedenken sie dem militaerischen Sieg Weniger ueber Viele?

Die Juden dürfen nicht als “Mauer” nach Israel kommen. – was so viel heisst, dass nicht alle auf einmal nach Israel kommen dürfen.
Die Juden werden beschwört, nicht gegen andere Völker aufzustehen. – d.h. man darf nicht gegen andere Völker kämpfen.
Andere Völker werden beschwört, die Juden nicht all zu sehr zu unterdrücken. – und damit habe ich ein Problem.

Als orthodoxer Jude kann ich nicht einfach so, mir in den Kramm nicht passende Sachen “übersehen”. Aber diese Sachen sind nicht in die Halacha (Gesetzekodex) eingegangen. Aber trotzdem bleibt ein Problem damit – Irgendwas ist da trotzdem gemeint. Angenommen die Beschwörungen gab es tatsächlich und sie sind nicht metaphorisch gemeint, was in Talmud durchaus vorkommt. Die ersten zwei haben die Juden 2000 Jahre lang befolgt. Aber wie kann man die dritte verstehen? Was heisst “nicht zu sehr unterdrücken”? Wenn es “sehr” und “nicht zu sehr” gibt, würde es heissen, dass es andere Voelker gibt, die “sehr” unterdrückt wurden. Aber so ein Volk gibt es nicht! Keiner wurde so lange und so stark verfolgt, von der Schoa ganz zu schweigen, wie die Juden! Wo ist dann diese Beschwörung die Juden nicht all zu sehr zu unterdrücken? Anscheinend handelt es sich um etwas anderes, denn Gott kann nicht etwas Gutes versprechen und es nicht einhalten. (Umgekehrt würde es gehen.)

Der Rav Hilel Mischkelov, einer der Schüler von Vilna Gaon (der vor fast 300 Jahren seine Schüler nach Israel sendete. Später entstand daraus Naturei Karta und der Alter Jeschuw) schrieb in seinem Buch Kol haTora:

Die Sünde der Kundschafter aus den Tagen von Mosche ist einer der grössten und allgemeinen Sünden, die bis heute von Volk Israel in alle Generationen begannen wird. …und viele sündigen die Sünde “und sie verachteten das gewünschte Land” (Psalmen, 106,24 – Anspielung auf die Kundschafter). Auch viele Thoragelehrten wussten nicht und verstanden nicht, dass sie dieser Sünde verfallen sind und … wurden in die Sünde hineingezogen und fanden verschieden Erklärungen und Gründe dafür, welche alle nichtig sind…. die Wiedergutmachung kann nur durch Wiederaufbau von Jeruschalaim (Jerusalem) und Erweiterung der Ansiedlungen kommen, nach dem Gebot sich (in Israel) zu siedeln, wie die Prophezeiung es befiehlt “erweitere Platz deines Zeltes” (Ischayahu, 54,2) (freie Übersetzung)

Die Thora-Antwort:

Was ist denn ein “messianischer Staat”? Woher haben Sie denn diese Begrifflichkeit? Geben Sie mir bitte eine Quelle dafür!

Ich nehme an, Sie meinten Parshes Vaeira! Hierzu verweise ich zuerst einmal auf einen toiredigen Aufsatz. Zu finden unter:

http://www.truetorahjews.org/parsha_pearls/vaeira

Es wird Ihnen nicht aus der Klemme helfen, wenn Sie gegen Satmar zu polemisieren versuchen, ohne das Alef-Beis zu beherrschen. Wir erfreuen uns reger Entwicklung, der zionistische Staat jedoch wird untergehen.

Das “moderne Isreal wird immer jüdischer”, schreiben Sie. Der zionistische Staat war von Anbeginn für nichts anderes geschaffen als das Judentum zu zerstören. Nichts an diesem Staat ist jüdisch. Dieser Staat opferte auf seinem Moloch-Altar mittlerweile mindestens 30.000 Juden, von der spirituellen Vernichtung erst gar nicht zu reden. Rav Koppelman zt”l, den Sie sicherlich nicht kennen, formulierte es einmal sinngemäß und auf den Midrasch gestützt so: “Wer einen Juden zur Sünde verleitet, ist schlimmer als ein Mörder.” Er fügte an: “Die Zionisten sind schlimmer als die Nazis, weil sie die Seele des jüdischen Volkes vernichten, nicht den Körper.”

Jüdisches Leben steht über den Haluchos von Shabbes. Wir sind verpflichtet, um jüdisches Leben zu retten, alle Shabbes-Gesetze zu brechen. Die Zionisten hingegen schickten seit ihrem Abenteuer im Heiligen Land Zehntausende Juden in den Tod. Wofür? Für ein Stück Land, für eine goyische Idee! Von den Märtyrern des Chorban während des 2. WK erst überhaupt nicht zu reden.

Der zionistische Staat ist so ziemlich der gefährlichste Platz in der heutigen Welt, in dem Juden leben müssen, weil eine kranke politische Sekte dies so will und für die ein jüdisches Leben absolut nichts zählt.

Nun zum Ramban: Geben Sie mir doch bitte auch für diese von Ihnen behauptete Falschheit eine Quelle! Ich werde Ihnen aber gerne erkären, was der Ramban wirklich schrieb.

Was wir wirklich von ihm wissen, ist, daß die Mitzve von “Yishuv Eretz Yisroel” sicherlich nicht die Shalosh Shvuos negiert, denn diese haben ja auch keinerlei Einfluß darauf, ob ein Einzelner, ein Tzaddik (wie beispielsweise der Arizal), diese Mitzve erfüllt. Was uns die Shalosh Shevuos doch halachisch verbindlich (und dazu komme ich später noch, b.n.) mitteilen, ist, daß wir nicht mit dem Anspruch auf Macht und Herrschertum und somit als – modern ausgedrückt – politische Massenbewegung hinziehen. Fakt ist vielmehr – und so gibt es uns der Rashbash, ein Rishon aus der Zeit des großen Abarbanel und Sohn des Tashbetz und Nachkomme des Ramban – sehr deutlich in Teshuvos Rashbash #2 zu verstehen, daß die Mitzva von Jishuv E”Y nur eine individuelle sein kann und keine Mitzva Klalis des gesamten Volkes, eben gerade weil die Shalosh Shvuos eine “Massen-Alijiah” verbieten.

Der Ramban selbst sagt in Maamar HaGeulah #1 klar und überdeutlich, daß es den Shalosh Shvuos zu verdanken ist, die die Juden außerhalb Babylons davon abhielten aufgrund Koreshs Beschluß nach E”Y zurückzukehren. Die Juden Babylons hatten eine “Nevuah” zurückzukehren, doch jene außerhalb Babylons nicht, so der Ramban, und gerade wegen des Fehlens jener Nevuah, waren es die drei Eide, die sie trotz der Aufforderung von Koresh genau davor bewahrten und auch bewahren sollten.

Kennen Sie Maamar HaGeulah überhaupt? Ich weiß nicht, auf welcher Yeshive Sie gelernt haben, ich weiß auch nicht mit wem Sie Ihre Shiurim-Zeit verbringen. Aber eines ist gewiß: Ihnen fehlen wesentliche Grundlagen!

Also, Ihr Problem mit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil unter Ezra und Nehemia hätten wir dann auf der Grundlage des Ramban geklärt, so hoffe ich jedenfalls. Die Juden außerhalb Bavels kehrten nicht zurück, eben WEGEN der Shalosh Shvuos und die individuelle Mitzve in E”Y zu LEBEN hat überhaupt nichts damit zu tun und ist nicht damit gleichzusetzen, das Land während der Zeit des Exils und der Shalosh Shvuos zu EROBERN.

Hier auch gerne noch einen weiteren Studienlink zum Ramban: http://www.truetorahjews.org/qanda/ramban2

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Schon vor der Zeit der Makkabäer war ein “jüdischer Staat” nicht nur erlaubt, sondern sogar von Hashem befohlen. Es war ja eine Zeit VOR dem jetzigen Golus. Lesen Sie die Haftora zu Shabbes Chanukke (Sacharja 4:6) oder gehen Sie zu Jeremia 29:10 bezogen auf das Endes des babylonischen Exils. Bis zum Makkabäeraufstand war dieser Staat sozusagen “halb-unabhängig”, heute würde man es wohl “politisch autonom” nennen, denn er war Bestandteil des persischen Reiches. Die Makkabäer schafften es diesen Staat einer vollkommenen Unabhängigkeit zuzuführen. Die Frage ist aber: warum? Wogegen richtete sich der Kampf der Hasmonäer? Er richtete sich in allererster Linie gegen die scharfen Gesetze und Verbote gegen die Thora-Ausübung UND gegen jene des eigenen Volkes, die hellenisierte Kollaborateure der Herrschenden waren. Es war vor allem ein Aufstand gegen die Unterdrückung der Thora und dem damit verbundenen Versuch die Juden zu schmadden. Nicht umsonst wissen wir, daß Mattisyahu den Tempel vom Unrat des Götzendienstes reinigte und ZUERST einen jüdischen Kapo tötete.

Heute befinden wir uns aber im Golus, im Exil, und kein Prophet hat uns dazu aufgefordert, dieses Exil mit eigenem Zutun zu verlassen. Eliyahu HaNovi ist noch nicht wieder erschienen und hat uns die Ankunft von Moshiach angekündigt. Das gegenwärtige Exil bekam auch kein Zeitlimit, wie es Jirmiyahu HaNovi für das erste Exil prophezeite. Darüber hinaus wurde der Makkabäer-Aufstand von keinen geringeren als von Moshe Rabbeinu (Devarim 33:11 mit Rashi) und Shlomo HaMelech (Shir HaShirim 6:10 mit Rashi) vorausgesagt.

Der Chofetz Chajim sagt, daß während des Exils nur eine Art des Krieges erlaubt ist: Der Krieg gegen Dekrete und Gesetze, die Juden zum Shmad führen sollen. Krieg gegen eine Regierung, die Juden zur Aufgabe der Thora zwingen wollen, ist erlaubt! Und genau dies war der Charakter des Makkabäer-Aufstandes, lehrt uns der Chafetz Chajim. Darüber hinaus sagt er, daß solch ein Kampf auch heutzutage – auch unter den Bedingungen der Shalosh Shvuos!!! – erlaubt sei, wenn es sich um einen Kampf gegen ein Regime richten sollte, das die Thora verbieten will und nennt als Beispiel das kommunistische Rußland (Quelle: Elchonon Wasserman hy”d in “Omer Ani Maasai LaMelech”).

Wir als thoratreue Juden, als Kanoyim, stehen genau in dieser Tradition des Makkabäeraufstandes, weil wir eine Milchomo gegen die heutigen Hellenisten, die Zionisten, führen. Mattisyahu und seine Hasmonäer waren Kämpfer für die Thora, für das Gesetz, und Chanukah ist sicher schon alleine deswegen das genaue Gegenteil eines “zionistischen” Festes.

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War nun der Bar-Kochba-Aufstand ein Verstoß gegen die Shvuos? Unzweideutige Antwort aller Poskim: JA! Aus diesem Grunde endete das Ganze ja auch in solch einem Blutbad, als Strafe für die Verletzung der Shevuos. Diese Verletzung der Eide war – genau wie beim Stamm Ephraim – nicht vorsätzlich bzw. absichtlich. Der Stamm Ephraim hat sich im Grunde “nur verrechnet” und das Ende des Exils zu früh kalkuliert, ging dafür aber vollständig unter und der ganze Stamm wurde ausgerottet. Rabbi Akiva und viele andere Weisen der Zeit nahmen nun fälschlicherweise an, daß Bar Kochba der Moshiach sei und DESHALB die Shalosh Shvuos keine Bedeutung mehr hätten. Aber genau dies war Bar Kosiba ja nicht, Rabbi Akiva täuschte sich. Man könnte jetzt lange ausholen, viele Bestandteile der Geschichte um Bar Kosiba erwähnen, unzählige Gelehrte mit Quellen angeben, um das vorher formulierte zu untermauern. Fakt ist, daß Chazal den Irrtum Rabbi Akivas im Grunde beendeten und Bar Kochba töten ließen.

Sozusagen stellvertretend für alle hier nicht zitierten Quellen will ich die Aussagen von Samson Raphael Hirsch jedoch nicht unerwähnt lassen: “Als der von Bar Kochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen hatte, galt es, dem jüdischen Bewusstsein für alle Zeiten die Warnung stets gegenwärtig zu halten, nie wieder durch eigene Macht die Wiederherstellung der nationalen Selbständigkeit zu versuchen, vielmehr diese nationale Zukunft ganz allein der g-ttlichen Waltung anheimzustellen.”

Mehr ist im Grunde nicht mehr zu sagen, denn die Klarheit ist absolut. Bitte versuchen Sie erst garnicht, Hirsch’s Aussage relativieren zu wollen. Das wird Ihnen nicht gelingen, denn sie ist – wie bereits weiter oben erwähnt – durch Hunderte von weiteren Aussagen gestützt.

R. Akiva also irrte! Er dachte aufrichtig, Bar Kosiba sei Moshiach und nur deswegen wären die Shalosh Shvuos nicht mehr einzuhalten. Wer war denn Ihr “Moshiach”? Herzl, Gurion, Weitzman, Kook oder jetzt erst Netanjahu? Der Zionismus, ob säkular oder “religiös” hat noch nicht einmal mit einem spekuliert, noch nicht einmal vorgegeben, es könnte irgendwer von den Genannten (wie lächerlich dies auch klingen mag) als Kandidat für den Job in Frage kommen.

Gestatten Sie mir noch einen Nachtrag zum Thema Ezra/Babylon: Wie wir ja wissen, war die Rückkehr unter Ezra HaSofer mit der Erlaubnis von Koresh und dem damit verbundenen Bau des zweiten Bais HaMikdash nicht vollständig, schließlich gingen nur etwa 1500 mit ihm. Ein großer Teil ging nicht zurück und schrieb deshalb Ezra einen Brief, um sich zu erklären. Ezra akzeptierte diesen Brief und ein ganz wesentlicher Teil des Briefes fand Einzug in unser tägliches Gebet: “Emes Vejatziv”!

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Es erschließt sich mir nicht, welche Definition Sie der Halacha unterstellen. Halacha meint zunächst ganz grundsätzlich, daß man irgendwas nicht tun soll, also etwas verboten ist. Bei den Shalosh Shevuos handelt es sich um das Verbot E”Y nicht vor der messianischen Zeit einzunehmen oder aber – und das ist die klare Konsequenz sollte es dennoch getan werden – daß Hashem damit antwortet, daß es nicht-jüdischen Völkern erlaubt sein wird, Juden wie Tiere zu töten.

Das “Argument”, die Shalosh Shevuos seien “Aggadita” ist wirklich ein “zionistischer Klassiker” und völlig daneben. Nehmen wir nur mal einen Augenblick an, es wäre tatsächlich so, würde dies dann bedeuten, man könne dies ignorieren? Genau solch eine Einstellung ist identisch mit reinem Apikoires, und das vor allem weil dadurch die mündliche Thora geleugnet wird.

Im “Sefer HaYashar” von Rabbeinu Tam ist darüber hinaus klargelegt, daß Agada bindend ist, solange sie nicht gegen die Halacha geht.

Die Drei Eide werden aber eindeutig L’Halacha in etlichen Quellen genannt, die da u.a. wären: Responsa Rivash 110, Responsa Rashbash 2, Megilas Esther zu Sefer HaMitzvos vom Rambam, Maamar HeGeulah vom Ramban, Iggeres Teiman vom Rambam, Netzach Yisrael vom Maharal.

Der Stamm Ephraim wurde von mir bereits erwähnt und Chazal sagen überdeutlich, daß die Bnei Ephraim ausgerottet wurden, weil sie die Eide mißachteten. Sie beabsichtigen doch nicht, sich gegen Chazal zu stellen, Herr Becker? Im übrigen existiert noch nicht einmal ein Widerspruch in der Gemara oder Chazal, der sich gegen die Eide ausgesprochen hätte. Im Gegenteil, heißt es doch bspw. in Sanhedrin 98a, daß solange Juden Regierungen oder Königreiche hätten, Moshiach nicht kommen wird. Klare Ansage, nicht wahr!

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Herr Becker, wenn Sie jetzt nur noch auf Hillel Mishklov zurückgreifen können, dann tun Sie mir aufrichtig leid, denn Sie bemühen damit geradezu ein Paradebeispiel aus der zionistischen Fälscherwerkstatt. Eine Steilvorlage sozusagen! Aber auch hier der Reihe nach und deshalb zunächst zum Vilnaer Gaon selbst, bevor wir uns um Mishklov kümmern:

Der Vilnaer Gaon wollte ursprünglich einmal nach E”Y übersiedeln. Er selbst kehrte jedoch auf halber Strecke um. Allerdings ging ein Teil seiner Talmidim dann später, deren Nachkommen wiederum – und da haben Sie ausnahmsweise mal völlig Recht – dann in E”Y Neturei Karta gründeten. Aber auch dieses “Ansiedlungsprojekt”, wenn man die Anzahl der Schüler des Gaon berücksichtigt, kann niemals als das betrachtet werden, was die Shevuos “bechomah” nennen und damit verboten ist. Übrigens lebt auch heute noch ein Teil der Nachkommen der Schüler des Vilnaer Gaon in E”Y und sind Teil der Neturei Karta. Vor allem aber hatten diese Talmidim niemals die Absicht einen Staat zu gründen, über das Land oder die arabische Bevölkerung des Landes zu herrschen. Darüber hinaus hatten Sie für ihre Einreise und Niederlassung im Land die Erlaubnis der Behörden der Regierung des Ottoman-Reiches.

Natürlich rankten sich um den Gaon von Vilna und seine auf halbem Wege abgebrochene Reise nach Palästina viele Gerüchte und Mutmaßungen. Kleine Gruppen gaben plötzlich vor, sie wüßten von den geheimen Hintergründen und Absichten des Gaon und so wurde vor allem das auch von Ihnen erwähnte “Sefer Kol Hator” geradezu die Hauptquelle für die Legitimation des religiösen Zionismus und führt ihn doch in Wahrheit zugleich ab absurdum.

Das Buch sei von Hillel Mishkelov, einem engen Schüler des Vilnaer Gaon vor ca. 200 Jahren geschrieben worden. So behaupten Sie das ja auch. Das Buch, sofern Sie es denn besitzen, Herr Becker, ist allerdings nicht die Originalversion von Hillel Mishkelov, wenn überhaupt solch ein Werk jemals existierte. Vielmehr war es erst ein gewisser Shlomo Zalman Rivlin, der Teile dieses Buches Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts veröffentlichte und selbst einräumte, daß es eine stark verkürzte Fassung des Originals sei, welches wiederum – so Rivlin – dann während des zionistischen “Unabhängigkeitskrieges” angeblich verschwunden sei. Nun, von der “gekürzten Rivlin-Fassung” blieben nur zwei Versionen erhalten, die dann im Jahre 1994 als Neuedition – versehen mit neuen Hinzufügungen, die man im Nachlaß Rivlins fand – veröffentlicht wurde. Das ist dann wohl jene Fassung aus der Sie zitieren. Doch die Hinzufügungen waren auch noch nicht einmal von Rivlin, sondern von Elazar Hurvitz, seines Zeichens Professor an der zionistischen Yeshiva University.

Der Zionist “Rabbi” Kasher als Mitherausgeber schreibt zu diesem mysteriösen Kol HaTor in der Einleitung das folgende Eingeständnis: “There is no knowledge of where the original manuscript is, nor do we have the copy, which Rabbi Dr. Elazar Hurvitz told me he wrote and prepared for printing all seven chapters.” Das alleine ist doch deutlich genug!

Rabbi Moshe Shternbuch wies in einem im Jahre 1968 veröffentlichten Essay zu Kol HaTor nach, daß dieses gefakte Büchlein zuviele “modern-hebräische” Wörter beinhalte, die unmöglich aus der Feder eines Schülers des Vilnaer Gaon sein könnten, weil man zur Zeit des Gaon diese zionistische Sprache überhaupt noch nicht benutzte.

Dann wäre da noch auf R. Aryeh Morgenstern hinzuweisen, der in einem seiner Bücher, “Geulah Bederech HaTeva”, nachgewiesen hat, daß ein Großteil der Geschichte um Hillel Mishklov gefälscht wurde, selbiger überhaupt nichts mit der alten Alijah im Jahre 1809 zu tun hatte, und wenn, dann erst viel später nach Palästina kam.

Zionistische Lügen hatten schon immer sehr kurze Beine!

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Unsere “Position” ist die Position der Thora. Ihre und die eines Kook haben keinerlei Tradition in der jüdisch-orthodoxen Welt und diese nie gehabt. Sein Name wurde zu einem Begriff über die zionistische Mizrachi-Bewegung, die sich von Anbeginn außerhalb der orthodoxen Welt stellte. Er war in etwa das für den religiösen Zionismus, was Paulus für das Christentum war. Aber beide repräsentieren kein religiöses Thora-Judentum.

Alle Gedolei Yisroel beurteilten Kook’s Lehren als dem Judentum gegenüber fremde, nicht-jüdische Ideen, die fundamentalen Prinzipien der Thora vollkommen entgegenlaufen. Um das zu erkennen, muß man aber noch nicht einmal ein Gadol sein, sondern einfach etwas bewandert in Talmud/Thora und jüdischer Geschichte. Bis heute ist nicht einer der Gedoilim herausgekommen, um Kook und seine Irrlehren zu verteidigen. Keiner! Alle waren sich darin einig, daß seine Lehren gegen die Thora gerichtet sind. Der Chason Ish verbot sogar jedem, sich mit Kook’s Schriften zu befassen. R. Elchonon Wasserman hy”d, kein Chassid, sondern Talmid Muvhak des Chofetz Chaim, bezieht sich auf Kook als einen Rushe. Der Chason Ish sagte über Kook: “Sein Gehennom wird sein, daß man ihm in der kommenden Welt zeigen wird, was er angerichtet hat und zu ihm sagen wird: Kuck!” (Zitiert nach Maaseh Ish).

Kook behauptete ja allen Erntes, und ich nehme an, von dieser häretischen Irrlehre sind Leute wie Sie beeindruckt, Juden würden durch das Leben in E”Y sozusagen spirituell gereinigt. Wir sehen seit Jahrzehnten am lebenden Beispiel, daß dies absolut nicht der Fall ist; aber vor allem sagt die Thora genau das Gegenteil. Der Rashbam sagt, daß E”Y der beste Platz für Tzaddikim und der schlechteste Platz für Reshoyim sei. Wenn einer eine Übertretung, eine Aveire, begeht, dann vergiftet er das Land. Das Land wird krank von dieser Art der Massenvergiftung, wie wir sie seit Jahrzehnten durch die Zionisten erleben. Durch die Aveiros wird das Land vergiftet und dadurch verliert das Land seine Kedusha und wird ihn – den Rushe – letztlich ausspucken. Jede Aveire oder im Gegenzug auch jede Mitzve in E”Y ausgeführt, intensiviert sich dort, denn E”Y ist sozusagen der Königspalast und man hat sich dort entsprechend zu benehmen. Wenn er das nicht kann, hat er draußen zu bleiben, so der Rashbam.

Der alte Gerer Rebbe erklärte offen, daß Kook die Thora verzerre und manipuliere und Reines in Unreines und anders herum verkehre. Formulierungen, die man in früheren Zeiten nur über Yoshkele oder Shabbse Zvi verbreitete. Man könne Kook, so der Gerer Rebbe aus diesem Grunde nicht zu den Trägern unserer Mesorah rechnen (Quellen: http://yoel-ab.com/).

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Bevor ich den Brisker Rav bemühe, doch zunächst noch einige grundsätzliche Anmerkungen, die das bisher Geschriebene noch weiter untermauern sollen.

Um die große Wichtigkeit von E”Y, die das Land in der Thora spielt, zu verstehen, müssen wir zunächst einmal einige der wesentlichen Elemente des Judentums herausarbeiten.

Der Zweck der gesamten Welt für uns ist, darin Mitzvos zu tun, um dadurch letztlich das “Paradies” oder “Olam Habah” zu verdienen. Dieser Zustand wird dann erreicht sein, wenn Moshiach kommt.

Augenblicklich kann Hashem Moshiach nicht schicken, weil die Welt dafür noch nicht reif ist. Nicht nur die Menschen sind dafür nicht reif, sondern die gesamte Welt an sich. Sie ist dafür zu unspirituell, nicht dazu in der Lage die spirituelle Energie, die Moshiach bringen würde, überhaupt aushalten zu können. Würde Moshiach im derzeitigen Weltzustand kommen, wäre diese Energie so eingeschlossen, daß sie vergleichbar wäre mit der Kraft einer Atombombe.

Unsere von G-tt gegebene Aufgabe innerhalb dieser Welt ist nun, uns und die Welt entsprechend vorzubereiten, sie auf ein ausreichend spirituelles Level emporzuheben, um für die spirituelle Energie der post-messianischen Zeit (Acharis HaYamim) gewappnet zu sein. Als Juden bereiten wir uns darauf vor, indem wir Mitzvos ausüben und Thora lernen. Die spirituelle Energie der Thora und der Mitzvos heiligt die Welt, entwickelt sie zu höheren spirituellen Stufen bis zu dem Punkt, wo die Zeit für Moshiach reif sein wird.

Um uns in dieser von G-tt gegebenen Aufgabe zu unterstützen, wurde Eretz Yisroel auf eine ganz besondere spirituelle Weise entworfen. Das Land wurde sozusagen durchtränkt mit einer einmaligen Empfindlichkeit gegenüber jedem Akt von spiritueller Wichtigkeit, der innerhalb dieses Gebietes ausgeführt wird. Durch die im “Medium” Beis HaMikdash praktizierten heiligen Aufgaben und G-ttesdienste, wurde diese hohe spirituelle Energie in die ganze Welt kanalisiert und dadurch schließlich jeder Zentimeter geheiligt und die Bedingungen für die messianische Zeit geschaffen.

Unsere Taten sind der Lieferant dieser Energie, das Land bietet sozusagen die Stromleitungen, die Arterien, durch welche die von uns erzeugte Energie mit der Welt verbunden wird und das Beis HaMikdash lieferte diese Energie nach außen.

E”Y verfügt aber auch über die Fähigkeit jedweden spirituellen Akt, der innerhalb seiner Grenzen ausgeführt wird, zu verstärken – positiv wie negativ! Wegen dieser einmaligen Multiplikationskraft von E”Y, wird jede dort ausgeführte Mitzva, über größere Kraft verfügen als hätte man sie außerhalb des Landes praktiziert. Aber genau so verhält es sich auch mit den Aveiros! Jede Aveira außerhalb des Landes richtet weniger Schaden an als die, die innerhalb von E”Y getan wird. Deshalb ist E”Y der beste Platz für Tzaddikim und der schlechteste für Reshoyim!

Unser Auftrag war also diesen Platz, das Land, für die Thora, für die Ausübung von Mitzvos und das Thora-Studium so lange zu nutzen, bis die Welt reif für die messianische Zeit sein würde. Doch leider versagten wir und sündigten. Die spirituelle Energie, die von uns ausging, war deshalb einfach nicht mehr stark genug, um die Welt auf diesen Schritt vorzubereiten und sie zu heiligen. E”Y verfügt über die Arterien, die Leitungen, doch Klal Yisroel wiederum bietet das Blut und ist das Herz des Ganzen. Wenn das Herz nicht schlägt und das Blut pumpt, werden die Arterien nutzlos. Sie wurden durch unsere schlechte Behandlung im Grunde verstopft und hörten auf zu funktionieren.

Wir waren nicht mehr dazu in der Lage unsere Aufgabe innerhalb des Landes zu erfüllen. E”Y diente nicht mehr als Heimatland der Nation, die diese von G-tt gegebene Aufgabe zu erfüllen hatte. Wir wurden spirituell zu schwach für das Land und konnten unseren Pflichten nicht mehr nachkommen, indem wir dort blieben.

Deshalb mußte sich ein Großteil ins g-ttlich bestimmte Exil begeben und sich auf der ganzen Welt verteilen, um die Welt im wahrsten Sinne des Wortes manuell, Stück für Stück, Platz für Platz, Land für Land, sprich: überall zu heiligen, während wir das zuvor noch aus der Distanz heraus taten. Wir verloren die Fähigkeit das Land für den Tikkun der Welt zu nutzen. Jetzt mußten wir es selbst an den verschiedensten Orten und zerstreut in aller Welt, sozusagen lokal, tun und Mitzvos ausführen. Hashem gab uns das Land unter Bedingungen. Wir hielten unseren Teil nicht ein und deshalb nahm er uns das Land. מפני חטאינו גלינו מארצינו.

Deshalb noch einmal: Ob es heutzutage für EINZELNE eine Mitzva ist in E”Y zu leben oder nicht, darüber gibt es Uneinigkeiten bei den Poskim. Doch ausnahmslos alle stimmen darin überein, daß wir als Nation dort kein eigenes und gemeinsames Heimatland mehr haben und ebenso alle stützen sich demgemäß auf die Shalosh Shevuos.

Aufgrund der Gezeiras HaGolus ist es eindeutig, daß das Volk Yisroel als Ganzes nicht im Land leben darf bis Moshiach kommt. Das Volk lebt zerstreut auf der ganzen Welt – E”Y eingeschlossen. Was Sie, wie viele andere Zionisten auch, gerne verdrehen und miteinander vergleichen, ist die Gezeiras HaGolus mit der Gezeire der Generation in Midbar. Der Dor HaMidbar hatte bis zum richtigen Zeitpunkt ein klares Verbot, das Land überhaupt zu betreten. Unser Golus ist aber ganz anders, denn er ist ein Dekret von Hashem, daß wir über die Welt verteilt leben sollen. Sie erinnern mich in gewisser Weise an die Christen, die das “AT” auch lesen, aber nicht verstehen, weil sie eben nicht über die mündliche Überlieferung und unsere rabbinische Tradition verfügen. Sie, Herr Becker, haben diese Tradition grundsätzlich ja zur Verfügung. Die Frage ist nur: Warum nutzen Sie sie nicht und negieren diese stattdessem sogar?

Im Golus sind wir sozusagen unserer “natürlichen Umgebung” genommen. Wir haben aber keine andere Wahl, weil der Golus der einzige Weg ist, unsere Mission in dieser Welt zu erfüllen. Aber natürlich ist da ein Problem, weil wir ja ursprünglich geschaffen wurden, um als Nation in einem Land zu leben um dort unsere Aufgabe zu erfüllen, worin wir versagten. Wir sind nicht auf “Heimatboden” und deshalb wie ein Schaf unter den 70 Wölfen. Im Golus haben die Völker die Macht, die Überhand über uns, und innerhalb der Grenzen von E”Y ist das nicht anders. Wir leben also im Grunde seit Jahrtausenden mit dem Kopf im Maul des Löwen. Wie überleben wir diesen Zustand nun?

Hashem Yisborach erklärte es uns. Er gab uns Anweisungen, wie wir das Exil überleben werden. Verhalten wir uns soundso, dann überleben wir, tun wir das Gegenteil, dann erwartet uns Tod und Zerstörung. Um es mit Chazal zu sagen: “Der Heilige, gepriesen sei Er, sprach zu Yisroel: Wollt ihr den Schwur halten, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe Ich euer Fleisch frei, wie die Gazellen und Hinden der Flur”.

Die Befehle sind eindeutig: “Shelo ya’al baChomah”! Du kannst dort durchaus als Einzelner leben, aber für dich als Nation ist es nicht mehr bis Moshiach kommt! Du bist im Golus und versuche bloß nicht, das Exil zu bekämpfen oder vor der Zeit aus eigener Kraft zu beenden! Es wird auf keinen Fall funktionieren und wenn du es trotzdem probieren solltest, wird es verheerend für dich enden!

Zweitens: “Lo leHisgaros beUmos”! Erhebe dich nicht gegen und bekämpfe nicht die Nationen der Welt! Ordne dich Ihrem Willen und Ihrer Regentschaft unter, akzeptiere ihre Herrschaft und befolge ihren Willen, ihre Gesetze und mache dich vor ihnen nicht groß und mächtig, bleibe bescheiden und ziehe keine unnötige negative Aufmerksamkeit auf dich!

Der einzige Weg, der den Kopf im Maul des Löwen überleben läßt, ist der, daß der Löwe nicht durch den Kopf provoziert wird. Mit anderen Worten: Je weniger wir auffallen, desto besser für uns. Doch der Zionismus und die Zionisten überall auf der Welt tun genau das Gegenteil von dem was der Ribbono Shel Oilam uns auch in dieser Hinsicht befohlen hat und brachten und bringen uns dadurch in erhebliche und nicht einzuschätzende Gefahren.

R. Elchonon Wasserman brachte das so auf den Punkt: vorausgesetzt die Nationen nehmen uns nicht oder nur wenig zur Notiz, dann sind wir ziemlich sicher. Sind wir jedoch in deren Fokus, dann sind wir in Gefahr. Im Golus sind wir in “Feindesland”. Deshalb ist es unsere Aufgabe uns klein zu halten und auch Schwierigkeiten zu akzeptieren und darauf zu vertrauen, daß der Riboino Shel Oilam uns helfen wird. Das war immer der Weg unserer Vorväter über alle Generationen hinweg. Wir sind keine Nation wie die anderen Nationen! Wenn wir uns jedoch so verhalten, einen Staat mit Armee beanspruchen, Land verlangen, ein anderes Volk unterjochen oder auch ständig Reparationen und Wiedergutmachung verlangen und anderen ihre Meinungen verbieten wollen, dann, ja dann läßt uns Hakadosh Baruch Hu auf uns alleine gestellt und wir werden durch die Wölfe gejagt, verfolgt und getötet werden, G-tt behüte.

So wie ein assimilierter und säkularer Jude plötzlich das Subjekt von Antisemitismus werden kann, um ihn daran zu erinnern, daß er eben doch ein Jude ist und dies eben nicht ändern kann, so werden auch wir als das Schaf, als Jude im Golus, wenn wir meinen selbst den Wolf spielen zu können und eine Nation wie alle Nationen zu sein, schmerzlich daran erinnert werden, daß wir letztlich das Schaf sind und die Nationen der Wolf.

Der Golus-Weg, befohlen und eingeleitet vom Schöpfer der Welt, beschworen von uns, gelebt von unseren Vätern und Vorvätern, ist der einzige Weg um unsere Mission in dieser Welt erfüllen zu können. Wir sind sozusagen “hinter feindlichen Linien” und unsere Aufgabe besteht darin, “Funken von Heiligkeit” überall auf der Welt zu pflanzen, damit dann wenn Moshiach kommen sollte, diese Funken in einer regelrechten Feuersbrunst spiritueller Energie ausbrechen und schließlich den “endgültigen Sieg”, die Erlösung des jüdischen Volkes und der gesamten Menschheit (Acharis HaYamim) einleiten werden.

Das Land, Eretz Hakodesh, war heilig, ist heilig und wird heilig bleiben. Es dient aber nicht mehr dem Zweck als Heimatland. Als Nation, dazu unter Anwendung von Gewalt und als Massen zurückzukehren, verletzt vor allem die Shalosh Shevuos und ist in etwa so, als wolle man in ein Haus zurückkehren, das einem die Bank längst genommen hat, weil man seinen Kreditrückzahlungen nicht mehr nachgekommen ist. Damals hatten wir eine Wahl, doch wir bevorzugten Sinas Chinam, worauf uns der Eigentümer, nämlich Hashem Yisborach, von Seinem Grundstück vertrieb und in die Welt hinaus verteilte.

Die Eide, nicht gegen die Völker zu rebellieren, dienen nicht den Völkern, sondern sind für unseren eigenen Nutzen, damit wir das Exil eben nicht vor der Zeit beenden. In jedem rabbinischen Kommentar, in jeder Interpretation unserer Weisen und Gelehrten zu den Shalosh Shevuos wird genau auf diesen Punkt immer und immer wieder hingewiesen. Wer dies negiert oder verdreht, abwertend einschätzt oder verfälscht, verfügt nicht nur über keine Emunas Hachomim – und ist schon alleine deshalb ein Koifer BeIkkar – sondern er stellt sich gegen die gesamte Thora.

Weil die Völker ihren Teil der Eide brachen und uns verfolgten und bitterlich zusetzten, folgert daraus absolut nicht, daß wir wiederum umgekehrt unseren Part nicht einzuhalten hätten und uns gerade dadurch auch noch selbst mehr Schaden zufügen. Deshalb sei auch jetzt noch einmal an den Stamm Ephrajim erinnert, der objektiv unter Mißachtung der Eide Mitzrajim vor der Zeit verließ. Die damaligen Ägypter verstießen über Jahrhunderte gegen den Eid und peinigten die Juden. Doch Chazal formulieren es ausgesprochen und überdeutlich, daß die Bnei Ephrajim gejagt und in der Wüste getötet wurden, weil sie IHRE Eide durch den zu frühen Auszug verletzten. Wie auch bereits erwähnt, werden die Shalosh Shevuos LeHalacha in Rishoinim und Achroinim als absolut grundsätzlich beurteilt, und das völlig unabhängig davon, ob die Völker ihren Eid über Tausende von Jahren gebrochen haben. Wer wegen eines historischen Ereignisses (sog. Holocaust) die Shalosh Shevuos aufkündigt, Chazal verleugnet und somit die Thora umschreibt, befindet sich nicht im Lager von Klal Yisroel, sondern in dem der Minim und Apikorsim.

Der Rambam warnt doch in Iggeres Teiman die Juden ausdrücklich, die Eide nicht zu brechen. Er schreibt, die Juden litten unter einer Unterdrückungsregierung, unter Verfolgung und schrecklichen Gräueltaten. Leidenschaftlich appelliert er deshalb an die Jemeniten, nicht gegen die Shalosh Shevous zu rebellieren.

Der Midrash Aichah drückt deutlich aus, daß natürlich auch die Römer den Eid gebrochen hatten, und in diesem Zusammenhang erwähnen Chazal noch einmal, daß die Generation zur Zeit Bar Kochbas deshalb abgestraft wurde, weil sie sich ihrerseits gegen die Shalosh Shvuos stellte.

Der Maharal von Prag hält fest, daß selbst dann wenn die Völker uns aus ihren Ländern vertreiben und mit dem Tod bedrohen, damit wir die Eide mißachten und bechomah ins Land ziehen, wir sogar den Tod bevorzugen sollen anstatt die Eide nicht einzuhalten. Der zweite von den drei Eiden, “shelo ya’alu bechomah” hat außerdem überhaupt nichts mit den Völkern zu tun. Er bildet keinen direkten Bezug zum Eid der Völker. Deswegen bringt der Maharal – und übrigens auch R. Jonason Eibeschitz – daß wir E”Y nicht einnehmen dürfen, selbst dann wenn uns die Völker die Erlaubnis dazu erteilen würden (Stichwort: Balfour-Deklaration, UN-Beschluß etc.). Eher hätten wir zu sterben, so der Maharal (yehoreg ve’al ya’avor)!

R. Avraham Galanti erzählt nicht umsonst die Geschichte der portugiesischen Juden, die sich gegen ihre Regierung erheben und eine Rebellion entfachen wollten. Sie wurden bedroht von Autodafés, Zwangskonversionen, Massenverbrennungen und Massenvertreibung. Schließlich fragten die Juden – so Galanti – den Shem Hameforash und wurden belehrt, sie hätten auf diesen Aufstand im Sinne der Shalosh Shevuos zu verzichten.

Die Eide sind an sich nicht etwa neu hinzugefügte Verbote, sondern eine Abschreckung, um uns daran zu hindern, die Gezeiras HaGolus zu verletzen. Sie versichern uns im Grunde “nur” einer furchtbaren Strafe, die als die schlimmste bezeichnet werden kann, die in der Thora zu finden ist, sollten wir das mißachten, was bereits aufgrund der Gezeiras HaGolus verboten ist. Die Shalosh Shevuos stecken den Rahmen ab für das, was in den Gezeiras sowieso enthalten ist. Es sind die Shalosh Shvuos, die uns über alle Generationen hinweg der Versuchung widerstehen ließen, in Eretz Yisroel einen Staat zu schaffen.

***

In E”Y zu leben, hat zunächst einmal absolut nichts mit Zionismus zu tun. Das wurde von mir bereits mehrfach erwähnt. Schließlich leben Neturei Karta-Leute bzw. deren Vorfahren schon seit Jahrhunderten dort, lange bevor überhaupt an zionistische Masseneinwanderungen zu denken war. Die Schaffung eines Staates ist Zionismus und nicht das Leben im Land. Wenn Individuen die Mitzva von “Yishuv Eretz Yisroel” auf sich nehmen wollen, dann ist diese erfüllt, gleichgültig wer dort die Macht hat, ob Türken, die Engländer oder Araber.

Eretz Yisroel hat überhaupt nichts mit dem zionistischen Staat zu tun. Warum wird das eine immer mit dem andern gleichgesetzt? Der Staat und seine Ideologie, der diesen Namen “Israel” usurpiert hat, ist zunächst einmal nichts weiter als eine politische Regierung, geschaffen von der Bewegung dieser Ideologie (siehe auch “Was haben die Zionisten mit dem Heiligen Land zu tun”?)

E”Y ist zunächst einmal ein Stück Land und dieses Land gab es schon sehr lange bevor es einen Staat gab, der sich so nennt. Das Land wird es auch dann noch geben, wenn dieser Staat nicht mehr existiert. Der zionistische Staat ist im übrigen noch nicht einmal identisch mit dem, was als Eretz Yisroel bezeichnet wird. Der Südlibanon ist auch Eretz Yisroel, wenn im Gegensatz dazu beispielsweise Elat (der Bade- und Vergnügungsort) nichts mit E”Y zu tun hat. Wenn also beispielsweise ein Jude in Elat Urlaub macht, ein zweiter sich im Südlibanon aufhalten würde, müßte Letzterer Teruma und Maaser nehmen, weil er sich in der Heiligkeit des Landes sonnt, der Sonnenanbeter in Elat hingegen nicht, weil er sich außerhalb von E”Y befindet.

In E”Y zu leben, mag für den einen eine wunderbare Sache sein (sofern er ein Tzaddik ist und kein Rasha), für den anderen kommt es aber nicht in Frage. Eretz Hakoidesh ist und bleibt das Heilige Land, völlig unabhängig davon, ob das Land von Türken, Arabern, den Briten, den Libanesen oder sonst einer weltlichen Nation regiert und beherrscht wird. Alle dürfen und können während der Golus-Zeit das Land regieren – nur wir eben nicht! Sollten wir es dennoch tun oder auch nur den Versuch unternehmen wollen, es zu tun, dann hat uns der Ribboino Shel Oilam deftige Strafen zugesichert: “so gebe Ich euer Fleisch frei, wie die Gazellen und Hinden der Flur”.

E”Y ist während der Golus-Zeit nicht unser Heimatland. Im Grunde ist im Golus die ganze Welt unser “Heimatland”, während E”Y wieder unser versprochenes, zugesagtes Land ist und dann wieder unser Heimatland werden soll, wenn wir uns das in Zukunft verdient haben und der Hakadosh Baruch Hu uns für würdig befindet, Moshiach zu schicken.

Umso lustiger ist es, daß Sie Herr Becker, VaJikra (Leviticus) 25:38 zitieren: “Ich bin HaShem, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten herausgeholt hat, um euch das Land Kenaan zu geben, und um euch zum Gott zu sein”.

Auch hieran kann man Ihre Verblendung und Verwirrtheit deutlich erkennen! Nicht nur, daß Sie im Grunde die mündliche Thora verwerfen, sondern obendrein picken Sie sich ein Stückchen der schriftlichen heraus, die sich erstens auf die Zeit vor dem göttlich bestimmten Exil bezieht, zweitens eine grundsätzliche Bedeutung insofern hat, als daß diese Zusage ja überhaupt nicht im Widerspruch zum Golus steht und drittens diese Perspektive auch für das jetzige Golus von niemandem in Abrede gestellt wird.

Natürlich wurde dem jüdischen Volk das Land Kenaan zugesagt. Aber eben zu Bedingungen, die wir zu erfüllen hatten, woran wir aber scheiterten und weshalb Gott uns ins Exil schickte und in alle Welt zerstreute. Warum lesen Sie nur das aus der schriftlichen Thora heraus, was Ihnen in Ihren Zionismus hineinzupassen scheint und fälschen dadurch dann das Gesamtpaket?

Warum lesen Sie nicht wenigstens ein Stückchen weiter bis zumindest Vajikra 26:33, wo es dann schon heißt: “Und euch werde Ich zerstreuen unter die Völker und hinter euch her das Schwert zücken”.

Oder Vajikra 26:43-44: “Denn das Land wird verlassen sein von ihnen und seine Feierjahre befriedigen durch seine Verödung von ihnen; und sie werden ihrer Schuld genugtun, eben darum daß sie Meine Rechte verworfen und an Meinen Satzungen Ekel hatten. Und auch dann noch, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind, habe Ich sie nicht so verworfen, und nicht so ausgestoßen, daß Ich sie völlig aufriebe und Meinen Bund mit ihnen bräche; denn Ich der Ewige bin ihr Gott.”

Warum verschweigen Sie das? Ist es Ihnen nicht geläufig oder nicht angenehm genug? Devarim 4:27 gehört auch nicht zu Ihrem “Thora-Repertoire”, vermute ich: “Und der Ewige wird euch zerstreuen unter die Völker, und ihr werdet übrig bleiben, ein zählbares Häuflein unter den Nationen, dahin euch der Ewige führen wird”.

Ein weiteres Zitat: “So jemand ein Gelübde tut dem Ewigen oder schwöret einen Schwur, dadurch seine Seele zu binden, soll er sein Wort nicht entheiligen. Alles, was aus seinem Munde gegangen, so soll er tun” (Devarim 30:3). Sie werden mir selbstverständlich nicht abnehmen wollen, daß sich das auf Shir HaShirim und die Shalosh Shevuos bezieht. Deshalb lasse ich den Abarbanel (kennen Sie den?) sprechen, der schreibt: “Wir sehen von hier, daß G-tt selbst unsere Gefangenen zurückführen wird und es wird nicht so sein wie zum Anfang der Ära des Zweiten Tempels, als die Juden in ihr Land unter der Erlaubnis des persischen Königs Cyprus zurückkehrten.”

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Jetzt zu den Neviim:

Und Er erhebt ein Panier den Völkern, und sammelt die Verstoßenen Yisroel’s, und die Zerstreuen von Yehuda versammelt Er von den vier Enden der Erde” (Jesaja 11:12).

Und es geschiehet, an selbigem Tage schüttelt der Ewige (Früchte) von der Strömung des Stromes (Frat) bis zum Bache Mitzrajim’s, ihr aber werdet einzeln aufgelesen, Kinder Yisroel” (Jesaja 27:12).

Auf hohen Berg steige hinan, Heilbotin Zijon’s, erhebe mit Macht deine Stimme, Heilbotin Jerushalajim’s, erhebe sie, fürchte nicht, sprich zu den Städten Jehuda’s: Siehe da euer Gott!” (Jesaja 40:9).

Fürchte nichts, Wurm Jaakob’s, Häuflein Jisroel, Ich stehe dir bei, spricht der Ewige, und dein Erlöser ist der Heilige Jisroel’s” (Jesaja 41:14).

Fürchte nicht, denn Ich bin mit dir, vom Aufgange bring Ich deinen Samen, und vom Niedergange sammle Ich dich. Ich spreche zum Norden: Gib her, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter vom Ende der Erde” (Jesaja 43:5-6).

Ja, nicht mit Hast werdet ihr fortziehen, und nicht in Flucht davongehen, denn vor euch her gehet der Ewige, und euren Zug schließt der Herr Jisroel’s” (Jesaja 52:12).

Spruch Gottes, des Herrn, der die Verstoßenen Jisroel’s sammelt: Ferner werd’ Ich sammeln zu ihm, zu Seinen Gesammelten” (Jesaja 56:8).

So wahr der Ewige lebt, der die Kinder Jisroel’s herausgeführt aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin Er sie verstoßen hatte, und Ich führe sie heim auf ihren Boden, den Ich ihren Vätern gegeben” (Jeremia 16:15).

Und Ich werde zusammenbringen den Überrest Meiner Schafe, aus all den Ländern, wohin Ich sie verstoßen habe, und Ich werde sie heimführen in ihre Hütten, und sie werden fruchtbar sein und sich mehren” (Jeremia 23:3).

…denn siehe, Ich erlöse dich aus der Ferne und deinen Samen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, und zurückkehren wird Jaakob, und wird ruhig bleiben und sorgenlos, und niemand stört” (Jeremia 30:10).

“Höret das Wort des Ewigen, Völker, und meldet in den fernen Inseln, und sprechet: Er, der Jisroel zerstreut, sammelt es und hütet es wie ein Hirt seine Herde” (Jeremia 31:9).

Und führe zurück die Gefangenen Jehuda’s und die Gefangenen Jisroel’s, und baue sie wie vormals” (Jeremia 33:7).

Ich werde euch versammeln aus den Völkern, und euch zusammenbringen aus den Ländern, so werde Ich ihnen doch zu einem kleinen Heiligtum in den Ländern, in die sie gekommen sind” (Ezechiel 11:17).

Und Ich werde euch herausführen aus den Völkern, und euch sammeln aus den Ländern, wohin ihr zerstreut seid, mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arme und mit überströmendem Grimme” (Ezechiel 20:34).

Wenn ich sammle das Haus Jisroel aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, so werde Ich an ihnen geheiligt werden vor den Augen der Völker, und sie werden wohnen auf ihrem Boden, den Ich Meinem Knechte Jaakob gegeben” (Ezechiel 28:25).

Und werde sie herausführen aus den Völkern und sie sammeln aus den Ländern, und sie bringen auf ihren Boden, und sie weiden auf den Bergen Jisroel’s, in den Tälern, und auf allen Wohnplätzen des Landes” (Ezechiel 34:13).

Siehe, Ich nehme die Kinder Jisroel aus den Völkern heraus, wohin sie gezogen sind, und sammle sie von allen Seiten und bringe sie auf ihren Boden” (Ezechiel 37:21).

Und das Haus Jehuda aber werd Ich lieben und ihnen helfen durch den Ewigen, ihren Gott; und nicht werd’ Ich ihnen helfen durch Bogen und Schwert und durch Krieg, durch Rosse und Reiter” (Hosea 1:7).

Sammeln werde Ich, Jaakob, dich ganz, zusammenbringen den Überrest Jisroel’s: insgesamt werd’ Ich es einstellen wie Schafe in die Hürde, wie die Herde in ihrem Pferch werden sie wimmeln von Menschen” (Micha 2:12).

Nicht durch Macht und nicht durch Stärke, sondern durch Meinen Geist; spricht der Ewige der Heerscharen” (Sacharja 4:6).

Siehe, Ich helfe Meinem Volke aus dem Lande des Aufganges und aus dem Lande des Niederganges der Sonne” (Sacharja 8:7).

Kennen Sie diese Prophetenwörter nicht? Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die zionistische Bewegung hätte all diese herrlichen Prophezeiungen erfüllt, Elijahu HaNovi hätte Moshiach bereits angekündigt und G-tt selbst wäre – genauso wie beim Auszug aus Ägypten – derjenige, der uns geführt hätte? Nichts dergleichen ist geschehen! Sie schustern sich die Thora für eine hundsgemeine Allerweltsideologie zusammen, wie es Ihnen gefällt. Das ist reine Häresie, vollkommene Leugnung der gesamten Thora.

***

Obwohl Sie, Herr Becker, die Thora, die Chachamim und alle Gedolim in ihrer Gänze objektiv negieren, bezeichnen Sie sich als “orthodox”. Das geht jedoch irgendwann nicht mehr zusammen. Wir hatten in unser Geschichte viele “Orthodoxe”, die fehlgeleitet waren: Die Anhänger Korachs, die Sadduzäer, die Karäer oder die Unterstützer eines Shabbse Zvi. Es gab leider immer Götzendiener im Volk und Zionismus ist nunmal der Götzendienst der heutigen Zeit.

Die zionistische Sekte – und man sollte nicht vergessen, daß diese erst ungefähr 130 Jahre alt ist – hat einen Judentum-Ersatz geschaffen und brachte zunächst einmal einen religionshassenden Typus Zionist hervor. Rabbi Avigdor Miller zt”l faßte es so zusammen: “The State of Israel presents the greatest peril to Jewish existence in history…. what Haman and Titus could not do, the Israelis are attempting: the first could only attempt to destroy the physical existence of Israel, but the State of Israel is attempting to counterfeit the term Jew and to erase all boundaries between Jew and non-Jew” (Sing You Righteous par. 46-48).

Allerdings ist nicht die mit dem Zionismus einhergende Assimilation, die Anpassung an nichtjüdisches Volks- und Selbstverständnis Kern des Problems, sondern die Tatsache, daß Zionismus an sich nichts anderes ist als Avodah Zarah, die zu dieser Assimilation geführt hat. Apikorsus ist wie ein Virus und der Ridvaz zitiert Rav Chaim Volozhen, der sagte, sofern ein Mensch auch nur an ein klein wenig Apikorsus glaubt, er nicht dazu imstande ist die Wahrheit der Thora zu erfassen.

Im Sefer Shoftim steht geschrieben, daß es in den Tagen des Baal-Kultes nur 300 Juden überhaupt gab, die nicht vor dem Baal niederknieten und dem Götzendienst frönten. Unsere Seforim sagen uns auch, daß der Götzenkult in den Tagen vor Moshiach stärker und ausgeprägter sein wird als zu jenen Zeiten des Baal-Kultes. Exakt in dieser Epoche befinden wir uns jetzt!

Sicherlich ist es nur schwer zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, daß soviele intelligente und gebildete Juden damals wie heute zu Götzendienern wurden und sich damit dem Judentum gegenüber destruktiv verhielten. Der Brisker Rav (und jetzt kommen wir endlich zu ihm) beurteilte dies so:

“Dieser Staat, den sie schufen, ist der größte Triumph Satans seit der Sünde des Goldenen Kalbes”. Und er zitierte Koheles 10:1: “Tote Fliegen machen das Öl des Salbenmischers stinkend und gärend, so überwiegt die Weisheit und den Ruhm ein wenig Torheit”, und ergänzte: “So wie Öl gemischt mit wohlriechenden Gewürzen von bester Qualität sein kann, so wird dieser Wohlgeruch zerstört und verdorben sobald tote Fliegen hineingeraten. Genauso verhält es sich mit Weisheit und Ruhm. Wenn auch nur eine kleine Dosis Dummheit damit vermischt wird, befällt sie die ganze Person. Mit jenen, in die nur ein klein wenig Zionismus eingedrungen ist, ist es nicht anders. Dieses klein bißchen Dummheit pervertiert ihre gesamte Intelligenz und bringt sie zu Dingen, die das genaue Gegenteil von Weisheit sind.”

Als der Satmar Rebbe einmal erklärte, warum die Schaffung des zionistischen Staates eine Verletzung der Shalosh Shvuos darstelle, rief der Brisker Rav: “Die Schaffung des Staates soll nur eine Verletzung der Eide sein? In Wahrheit ist er eine Verletzung der gesamten Thora!”

Rav Elchonon Wasserman, der hier ja schon mehrmals zitiert wurde, beurteilte jene die glaubten, der häretische Zionismus wäre ein großer Erfolg, folgendermaßen: “Jeder der glaubt, ein großer Verdienst könnte von den schlimmsten Sündern kommen, ist entweder ein Idiot oder aber ein Spötter über die Worte von Chazal” (Kovetz Maamarim).

Ich will es jetzt erst einmal bei diesen Ausführungen belassen. Auf Kook bin ich am Rande eingegangen (ganz so wie es ihm zukommt!). Auf Shlomo Aviner, den Schlawiner, und seine Entstellungen, Fälschungen und Mißlehren werde ich – bli neder – in den kommenden Wochen dann noch ausführlicher eingehen.

***

Drei Punkte wären allerdings jetzt noch abzuhandeln:

  • Soloveitchik und die sogenannte “Modern-Orthodoxie”
  • Ihre Frage nach dem Chassidismus bezogen auf orthodoxes Judentum und Antizionismus:

Und woher nehmen sie die Anmassung zu fordern, dass chassidische Stroemungen ueberhaupt eine non-plus-ultra-Stellung in der Orthodoxie haetten? Sie wissen, wie die Chassidut enstand, aus welchen Motivationen, von welchen Leuten, nehme ich an.

  • Ihre Frage bezüglich unserer Kontakte zu “Antisemiten” und angeblichen “Judenmördern”:

Fakt ist, Sie wenden dem Land den Ruecken, Sie wenden dem ueberwaeltigenden Teil der Torahtreuen Juden den Ruecken – aber damit nicht genaug: Sie gehen zu unseren Feinden, Hassern und Moerdern und biedern sich ihnen an, sprechen ihnen gut zu, weiter mit ihrem ‘anti-zionistischen’ Kurs zu fahren, der fuer diese uebersetzt einfach nur juedischer Voelkermord in Israel ist. Wie wollen Sie je vor den Kadosch Baruch Hu treten? Was wollen sie ihm sagen? ‘Wir dachten aber, die Zionisten irren, deswegen haben wir Achmadinedschad und Co. zum Judenmord ermutigt?’

Moderne Orthodoxie”

Rav Shach schrieb über Soloveitchik, dieser hätte durch seine säkularen Studien seine Hashkofos korrumpiert und wurde sicher nicht als Bereicherung, sondern ganz im Gegenteil als Gefahr für das orthodoxe Judentum eingeschätzt. Nicht seine Beschäftigung mit weltlichen Themen, sondern die Einführung des Säkularismus und eines entsprechenden Lebensstils als Ergebnis dieser Beschäftigung in die Thora-Welt machten aus ihm diese Gefahr. Rav Ahron Kotler sagte über ihn: “Er zerstörte eine ganze Generation”!

Neue Ideen und Ideologien waren dem Judentum immer suspekt, oder etwa nicht, Herr Becker? Die jüdische Religion entwickelt keine neuen Ideen. Alle die es dennoch taten, zerstörten ganze Generationen, ob es die Maskilim, jüdische Kommunisten, Modern-Orthodoxe oder die Zionisten waren. Sofern die Gedoilim der jeweils vorangegangenen Generation von einer bestimmten Ideologie nichts hielten und sie ablehnten, ignorierten oder offensiv bekämpften (und genau das trifft auf alle genannten zu), dann wußte man als religiöser Jude im Grunde von alleine, wo man sich einzureihen hatte. Raschi sagt, wenn einer Zweifel hat, was richtig oder falsch ist, dann wende er sich bitte den Ansichten und Einschätzungen der alten Generationen von Gedolim zu und dann ist er auf der richtigen Seite. War das nicht immer der Weg des jüdischen Thora-Volkes, Herr Becker?

Doch was machte die “moderne Orthodoxie”? Neben das Zimmerchen, das sie für die “Religion” reserviert hat, hat sie einen großen Salon gebaut, indem es sich so leben läßt wie die weltlichen Völker: mit Staat, säkularer Erziehung und Kultur. Ja sicher, der “Modern-Orthodoxe” hält Shabbes, ist Shomer Mitzvos, er bewege sich innerhalb dessen was die Halacha erfordert – behauptet er. Doch Lebensperspektiven, Lebensauffassung etc. seien davon unberührt. Solch eine häretische Sichtweise und Praxis kommt im Grunde noch direkt aus der Ideenwerkstatt eines Moses Mendelssohn.

Trotz allem wäre es völlig falsch, wenn jetzt der Eindruck entstehen würde, daß die Opposition zum Zionismus auf thoratreu-orthodoxer Seite nur aus der Tatsache heraus resultieren würde, daß die meisten zionistischen Führer unreligiös waren oder die “Modern-Orthodoxie” Nationalismus oder modernes Leben eben mit etwas “Religion” aufgepeppt hat. Es ist genau anders herum, denn die Autoritäten der Thora lehnten den Zionismus nicht deshalb ab, weil dessen Führer mehrheitlich unreligiös oder “modern” waren oder sind. Fakt ist, daß die diametrale Opposition der Natur des Zionismus zur Sicht der Thora der allein entscheidende Eckpfeiler jeglichen orthodox-jüdischen Antizionismus bildet. Mit anderen Worten: Es war nicht lediglich zufällig, dass die Führer und Sprecher des Zionismus unreligiös waren. Ihr Mangel an religiösen Gefühlen wurzelte genau in der Natur und Essenz des Zionismus. Auf dem Boden der Thora, mit einem der Thora treu verbundenen, ihr ergebenen und sie in Geist und Tat einhaltenden jüdischen Volk, hätte der dem gesamten Fundament des Judentums diametral gegenüberstehende Zionismus niemals aufkommen können. Wäre man den Autoritäten der Thora gefolgt, hätte es nie einen Zionismus an erster Stelle geben können.

Der Rambam paskent denn auch im Zusammenhang mit den 13 Ikrim in seinem Mishna-Kommentar folgendes: “Wenn diese fundamentalen Prinzipien von einem Menschen befolgt werden und er wahrhaftig an sie glaubt, dann betritt er die kollektive Einheit Jisraels und es ist für uns verpflichtend ihn zu lieben, Mitgefühl zu haben und all das zu tun, was G-tt uns hinsichtlich der Taten von Liebe und Brüderlichkeit befahl. Dies ist sogar dann so, wenn er alle möglichen Sünden aufgrund seiner Begierden oder wegen der Gewalt seiner Natur begeht. Er wird entsprechend der Stärke seiner Sünden bestraft werden, doch hat er einen Anteil an der künftigen Welt, obwohl er einer der Übeltäter Jisraels ist. Doch sollte eine Person an einer dieser fundamentalen Grundlehren Zweifel hegen, hat er sich selbst von der kollektiven Einheit Jisraels entfernt und sagt sich von der absoluten Wahrheit (des Judentums) los. Er wird ein Häretiker und Apikoras genannt.“

Exakt das ist der Din für alle Schattierungen des Zionismus.

Chassidismus/Orthodoxes Judentum/Antizionismus

“Modern-Orthodoxe” und “Mizrachisten” oder auch andere Zionisten verbreiten gerne die Mär, daß jüdischer Antizionismus nur auf Chassidim oder gar nur auf Satmar und Neturei Karta beschränkt sei. Dieser Lüge scheinen auch Sie, Herr Becker, aufzusitzen, was wiederum auch beweist, daß Sie nur wenig Einblick in jüdische Geschichte, Zusammenhänge und vor allem weitgehend unbefleckt zu sein scheinen, was unsere Mesorah anbelangt. Widerlegt wurde dies ja bereits innerhalb meiner bisherigen Ausführungen anhand der Beispiele Chofetz Chaim, Elchonon Wasserman oder jenen Talmidim und Nachkommen des Vilnaer Gaon, die Neturei Karta gründeten.

Doch das ist ja längst nicht alles! Alle Gedolei Yisroel aus der ganzen Welt – ob Chassid, Litvak oder Sefardi – waren gegen die Errichtung eines “jüdischen” Staates. Ausnahmslos alle! Mizrachi und Kook waren diejenigen, die sich auf nichts und niemanden stützen, sich auf niemanden berufen konnten. Für sie war nur gähnende Leere vorhanden. Sie hatten keine Tradition, keinen Tzaddik, keinen Gaon, keinen Rishon, keinen Chossid und keine Seforim, die ihnen aus der Klemme helfen konnten. Mizrachisten-Kook, der religiös-zionistische Paulus und Kopf dieser neuen Nationalreligion und seine Jünger und Nachbeter standen in dieser Hinsicht immer außerhalb von Tradition und Überlieferung. In über 2000 Jahren Golus dachten die Juden nicht daran, aus eigener Kraft einen Staat zu gründen, weil sie wußten um den Ol HaGolus, die Gezeira, die Shalosh Shevuos und die Geula, die nur in Verbindung mit Moshiach kommen wird.

Noch nicht einmal R. Kalischer, der von zionistischer Seite sehr gerne instrumentalisiert wird, kam auf derlei absurde Ideen wie der einer jüdischen Staatsgründung in Palästina. Obwohl er eine Siedlungsbewegung für das heilige Land aufbauen wollte, bestand er ganz vehement darauf, daß diese keinesfalls im Widerstreit zu den herrschenden Kräften im Land selbst aufgebaut werden könnte, denn dies käme einer Verletzung der Shalosh Shevuos gleich, so Kalischer. Auch R. Alexander Moshe Lapidos, ein weiteres Beispiel, unterstützte derlei Siedlungsbestrebungen, doch unter der klaren Vorgabe, daß diese nicht die Shalosh Shevuos mißachten dürften und man deshalb den damals herrschenden Türken keinesfalls “mit Schwert und Bogen” Land streitig machen dürfe. Ausdrücklich formulierte er, man habe absolut keinerlei Pläne dort (in Palästina) eine eigene Regierung zu errichten (Shivas Zion I, S. 35).

Die religiös-zionistische Sekte war genauso weit entfernt von den Gedolei Yisroel wie die säkular-zionistische. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß der “religiöse” Zionist seinen persönlichen Verdienst vor HKB”H durch Mitzvos zu erweitern sucht, wenn er doch zugleich ein Koifer ist. Auch Shabbse Zvi blieb nach seinem Shmad und trotzdem er selbst danach noch “Mitzvos” ausführte, ein absoluter Apikoires. Auch er hatte vermeintliche “Mehrheiten” hinter sich, Massen folgten ihm ins Verderben und nur die Minderheit um den Gadol R. Yaacob Sasportas widersetzte sich seinem Treiben. Und vergessen wir dabei nicht, daß Shabbse Zvi schließlich auch ein Talmud Chacham war und man von ihm berichtete er könne den gesamten Shas auswendig. Mir persönlich, aber das ist reine Privatmeinung, sind die säkularen Zionisten lieber. Die sagen wenigstens offen, daß sie mit Thora und G-tt überhaupt nichts zu tun haben und endlich mit einem eigenen Staat zufrieden sind. Die Religiösen hingegen sind weitaus gefährlicher, weil in der Tat hinterlistig und die Thora auf allen Ebenen und Wegen mißbrauchend und den Namen von Hashem Yisborach dauernd entweihend.

Vor allem aber wurden sie beide – die säkularen wie die religiösen Zionisten – von den Gedolim als Götzendiener und Kofrim eingeordnet. Insofern hatte der religiöse Zionismus ja gar keine andere Wahl mehr, als sich seinerseits neben der neuen Religion und Ideologie, auch eigene Strukturen und Personen aufzubauen, sich dabei aber immer weiter von der Mesorah von Klal Yisroel zu entfernen. Damit hat man natürlich in deren Reihen ein erhebliches Problem, weil sie genau das ja nicht zugeben wollen, daß Gedolim wie der Chazon Ish sie schlicht und ergreifend als Häretiker einstufte und deshalb wird es einfach verschwiegen und gleichzeitig die Lüge in die Welt gesetzt, Antizionismus beschränke sich höchstens auf Satmar und Neturei Karta. Nicht wir als die Tradition verkörpernde thoratreue Juden haben uns von irgendwelchen Juden entfernt, sondern der Zionismus löste sich und mittlerweile mehrere Generationen von Juden vom Judentum und der heiligen Thora. Das ist ja auch sein Ziel. “Wer einen Menschen zur Sünde verleitet ist schlimmer als ein Mörder. Der Mörder nimmt ihm das Leben auf dieser Welt, der erste jedoch nimmt ihm seinen Anteil an der künftigen Welt.”

Avodah Zorah ist auch ein Glaube und der Jetzer Hora kann Menschen dazu bringen, die verrücktesten Dinge zu glauben. Wenn unsere heiligen Schriften, unsere Seforim, uns sagen, daß in den Tagen vor Moshiach die Praxis des Götzendienstes erschreckend hoch sein wird, höher sein wird als zur Zeit des Baal, können wir uns im Grunde nur vor der Weisheit und dem Ruach Hakoidesh von Chazal verneigen, weil wir dies heutzutage exakt so erleben. Eine kleine Minderheit war es, die den Baalkult bekämpfte, baruch Hashem. Im Judentum geht es bei derlei Angelegenheiten nicht um Mehr- oder Minderheiten, Herr Becker, denn es geht ausschließlich um den Emes. Wäre dies so, wären neben den Baal-Götzendienern auch Korach oder die 10 Meraglim “im Recht” gewesen oder Avrohom Avinu sogar als Einzelner im Unrecht.

Klal Yisroel jedoch wird getragen und ist identisch mit den Gedoilim und Tzaddikim. Sie sind die Träger der Mesorah. Wer ihren Weg beschreitet und fortführt ist Klal Yisroel und jene, die sich davon absondern sind die Reshojim und Kofrim, die sich vom Klal entfernt und ihm den Rücken zugewendet haben.

***

Natürlich wäre jetzt auch zu klären, wer diese Gedolim waren beziehungsweise wie ein Gadol als solcher zu klassifizieren oder zu erkennen ist. Bevor ich Ihnen eine umfangreiche Namensliste von Poskim (Rishonim eingeschlossen) inklusive einige ihrer Seforim an die Hand gebe, in denen vor allem auf die Shalosh Shevuos und deren Einhaltung LeHalacha abgehoben wird, klären wir zunächst auch diesen Sachverhalt, mit dem Sie, Herr Becker, offensichtlich auch nicht so vertraut sind.

Ein Godol ist zuerst einmal jemand, dessen Gelehrsamkeit und Vorbildlichkeit bezogen auf sein praktisches Thora-Leben innerhalb seiner Generation als außergewöhnlich und unbestechlich gilt und der dem Weg vorausgegangener Gedolim und der Mesorah von Klal Yisroel folgt. Ein weiteres Kriterium ist seine tiefe Kenntnis aller Thora-Bereiche wie Shas, Poskim, Halacha und Hashkafa sowie die Fähigkeit auch schwierige Fragen beantworten zu können. Darüber hinaus wird er selbstverständlich an dem gemessen, was man Tzidkus nennt. Ein Godol kann hingegen durchaus als im weltlichen Sinne “uninformiert” gelten, er kann sozusagen “naiv” sein. Sicherlich keine Kriterien sind die Anzahl seiner Anhänger, sein Talent für gutes Reden oder eine bestimmte politische Anschauung. Die größten Gedolim waren immer jene, die zugleich die größten Talmidei Chachomim waren UND den Traditionen ihrer Rebbeim und diese wiederum ihren Lehrern und Vorgängern gefolgt sind. So geht es schließlich zurück bis zu Moshe Rabbeinu und nur in diesem Verhältnis wird dann deutlich, welches die akzeptierten Quellen sowohl für Halacha als auch für Hashkafa sind. Die Sadduzäer, die Frühchristen, die Karäer, die Maskilim, die Anhänger von Shabbse Zvi oder die Zionisten und deren Schriften gehören nicht zu dieser Mesorah.

Grundsätzlich läßt sich für den ashkenasischen Teil von Klal Yisroel sagen, daß man heute entweder ein Talmid des Vilnaer Gaon oder des Baal Shem Tov ist. Beide Mesorahs wurden sozusagen von allen Gedolim über die letzten Jahrhunderte hinweg “akzeptiert”. Der alte Zwist zwischen Chassidim und Misnagdim existert spätestens seit der Vereinigung beider im Interesse eines gemeinsamen Kampfes gegen die Haskala und den Zionismus nicht mehr.

Wovor man sich hingegen absolut hüten muß, das sind “neue Ideen”, “neue Konzepte”, die nicht aus der Mesorah von Klal Yisroel kommen und meist mit Ausreden und Argumenten aufwarten, man bräuchte “Neues”, um “auf der Höhe der Zeit” zu sein und sich der “modernen Gesellschaft” nicht zu verschließen. Wir als Juden hingegen nutzen die Thora und damit auch unsere Gedolim als Richtschnur und Wegweiser. “Säkulare Wertvorstellungen”, die in unsere Hashkofos eindringen, sind wie langsam aber sicher wirkendes Gift, das den gesamten Organismus zerstört. Nicht die Nationen sind unsere Gedolim und deren Wertesystem sind nicht Teil der Mesorah, selbst dann nicht, wenn in Einzelfragen oder Teilaspekten Übereinstimmungen vorhanden sind, die die Nationen aber im wesentlichen von uns übernommen und dennoch dabei korrumpiert haben. Die Bauernregel lautet deshalb: Alles, was nicht am Berg Sinai offenbart und gegeben wurde, dem haben wir nicht zu folgen. Wenn die Hashkofos und Lehren einer Gruppe oder Sekte beeinflußt sind von “jüdischem Nationalismus”, Feminismus, Liberalismus oder Kommunismus, dann sind sie dem Wertesystem der Thora grundsätzlich fremd.

***

Ich komme jetzt zu der langen Namens- und Bücherliste von Gedolim, meist mit Angabe ihrer Schriften, die die Shalosh Shevuos leHalacha und damit in ihrer absoluten Verbindlichkeit erläutern. Bereits erwähnte als auch weitere Rishonim sind eingeschlossen. Auf eine chronologische Anordnung habe ich verzichtet.

  • R. Elazar Hakalir
  • R. Yitzchok Ohr Zarua
  • R. Ishtori Haparchi
  • R. Yehuda ben Maharam Chalava
  • Rabbeinu Bachya ben Asher
  • Piskei Riaz zu Kesuvos 111a.
  • Maharsha in “Chiddushei Halachot” Kesuvos 111a.
  • Responsa Rivash in Siman 110.
  • Responsa R. Shlomo ben Shimon Duran, der Rashbash, in Siman 2.
  • Hagahos V’Chidushei haRashash zu Kesuvos 111a.
  • Hagahos Yaavetz zu Kesuvos 111a.
  • Hagahos V’chidushim von R. Aryeh Leib Yalin in Yafe Einayim zu Kesuvos 111a.
  • Megillas Esther zum Sefer HaMitzvos vom Rambam Mitzvah 4.
  • Ramban in Sefer HaGeulah am Ende von Kap. 1.
  • Rambam in Igeres Taimon.
  • Maharal in Netzach Yisroel Siman 24.
  • Kaftor ViPherach (Perek 10 Daf 197).
  • Responsa Maharsha Chelek Choshen Mishpat Siman 364.
  • Peat Hashulchan Hilchos Eretz Yisroel Siman 1.
  • Otzer Hachaim Kitzur Taryag Mitzvot 59.
  • Reponsa Chatam Sofer Yoreh Deah Siman 220.
  • HaRav Yaakov Emden im Sefer Migdal Oz am Ende von “Aliyat Ahava”.
  • Yakov Emden in Sefer haShimush daf 66b
  • Siddur Yaavetz (Rav Yakov Emden)
  • Hirsch Siddur
  • Teshuva auf Mitzvat Yishuv Eretz Yisroel vom Gadol of Minsk, Hagaon R’ Yerucham Y.L. Pearlmen
  • Aruch HaShulchan in Choshen Mishpat Siman 2.
  • Rogachevor Gaon in Tikun Olam
  • Munkatch Responsa Tzofnas Paneach 143
  • Rav Shmuel Salant in Gilyon Tzefunos
  • Mei HaShiloach zu Masechet Shabbos 47b Perek 4
  • Tosfos Hashalem von den Baalei Tosfos zu Yisro 19:12
  • Meir Simcha von Dvinsk, der Ohr Sameach, in Meshech Chochma zu Parshas Vayechi 50:24 go!
  • Rabbeinu Bachya in Vayishlach 32:8
  • Melo Ha’omer R’ Aryeh Leib Tzanz zu Koheles 8: 2 [Autor von Magen Alef, Chiddushei+ Teshuvos Hamahara’al und von Teshuvos Meshivot Nefesh, mit Einleitungen vom Ohr Chadash und Noda Biyehuda (Tzlach)
  • Even Ezra zu Shir Hashirim 3:9
  • Ohr Hachaim Hakadosh in Rishon Litzion zu Shir Hashirim 2:7
  • Bear Hagola perek 25. 5
  • Chida in Chomat Anch zu Shir haShirim 3:14
  • Chekel Yitzchak zu Parshat Vayara
  • Drashot Chatam Sofer daf 152 lzayin adar sheini parshat Vayikra 586
  • Yafeh Kol zu Shir HaShirim Rabba 2 :20 zu Rashi’s b’yad Chazaka und dem Verbot die Eide zu brechen
  • Yismach Moshe in Tehilim Tefilas Moshe Mizmor 127
  • Kli Yakar in Sefer Eir Giborim Parshat Vayishlach
  • Ksav Sofer in Drashot Ksav Sofer drush lishabat shuva 426
  • Responsa Levushei Mordechai Mahadura Tlitai zu Yoreh Deah Siman 49
  • Lechem Shlomo in drasha 76
  • Maharitz Chiyus in Kol Sifrei Maharitz Chiyus (Sefer “Torat Neviyum Hamechuna Ele Hamitzvot”) in seiner Teshuva zum Maharam Sofer)
  • Yalkut Meam Loez Parshas Vieschanan S. 296
  • Rav Dov Ber Trievish, Av Beis Din Raba während Yimei HaGRA und Autor von Revid Zahav in Shir Chadash zu Shir Hashirim
  • Markevet HaMishna zu Beshalach 2:6
  • Maskil el Dal in Chelek 4 Klall 3 Prat 4 Shaila 5
  • Noda Biyehuda in Koveitz Kerem Shlomo Jahr 16 Chodesh Iyyar 5753 S. 7
  • Noam Elimelech zu Vayikra am Ende von d”h “O nefesh”
  • Sefer Chareidim zur Torah in Parshas Vayishlach
  • Akeidat Yitzchak in Shaar 26
  • Paytanim inklusive Rebbi Shlomo ben Yehuda in Yotzer lyom 1 zu Pesach
  • Rebbi Meshulam bar Klonimos in Yotzer lyom 2 zu Pesach
  • Sefer Zechus Avos von R. Avraham Galanti
  • Shearit Yisroel in Siman 44 daf 118 von R. Yisroel Zev Mintzburg
  • R. Tzadok HaKohen von Lublin in Pri Tzadik zu Parshat Ve’eschanan
  • Kuntres Shomer Emunim Rav Shaul Brach, Av Beis Din of Kashu
  • Sefer Admorei Belz Chelek 3 S. 245
  • Ramchal in Sefer Tefilot HaRamchal- Tefilla 168
  • HaRav Shimshon Rafael Hirsch in Chorev
  • Shirei Shlomo zu Shir HaShirim 8:4
  • Shlah Hakadesh in Torah Shebichtav, Parshas Mishpatim in drush l’parshat Shekalim
  • Shlah zu Maseches Taanis drush l’parshat Matos
  • Shem MiShmuel zu Parshat Vayigash
  • Shoel Umeishiv in Divrei Shaul parshat Shemos d”h habah, zitiert HaRav HaGaon Avraham aus Tzror HaChaim in Chelek Keitz HaYamim
  • Mahari Shportosh (Sasportas) in Kitzur Tzizit Novel Tzvi daf 50b
  • Radvaz in Migdal Dovid Shir haShirim #2 daf 22b
  • Rebbi Yehuda ben Maharam Challavah in Imrei Shefer zu Parshas Vayishlach
  • HaRav HaGaon Tzvi Hirsch LaHeron in Responsa Riva zu Orach Chaim-Yoreh Deah Siman 1 Arvei Nachal zu Parshat Bo
  • Abarbanel in Yeshuos Meshicho Cheleck 1 daf 11b
  • Rokeach von Worms zu Shir HaShirim 2:7
  • Reb Moshe MiKassov in Leket Ani Moadim und in Leket Ani Purim
  • Kitzur Alshich zu Shir HaShirim 2:7
  • HaRav Yakov Emden in Sefer Migdal Oz
  • Responsa Avnei Nezer Siman 454 and 455 ,
  • Responsa Minchat Elazor Chelek 5 siman 12 ,
  • Responsa Yad Mordechai daf 120-121,
  • Chazon Ish in Mishkenos HaRoim S. 1195 und Uvdos Venhanhagos L’beis HaBrisk Chelek 4 S. 309
  • HaRav Elchonon Wassermen in Ikvesa D’Meshicha und in Yalkut Mamarim daf 54
  • Responsa Minchat Yitzchak in Chelek 10 Siman 10,
  • Kedushat Tzion zu Tanach S. 92
  • HaRav Betzalel of Lubavitch
  • Av Beis Din von Krashov R. Gavriel Zev Asaolaka
  • Reb Shabtai Rappaport Av Beis Din Pintshov
  • Rav Simcha Bunim Av Beis Din in Zachlin
  • Rav Yehuda Leib Rosh Av Beis din von Avisad
  • Rav Yonasan Stief in Limudei haShem Chelek 1
  • Brisker Rav in Uvdos Vihanhagos lbeis haBrisk chelek 4 pg. 187,
  • Rav Moshe MiKassov in leket Ani Moadim
  • Steipler Rav (Kehillos Yaakov) im Sefer Karyana Deigarta # 205 in chelek 4, Michtavim Umaamarim von Rav Elazar Shach Volume 1 Briefe I:12.
  • HaRav Yosef Eliyahu Henkin in Kisvei Rav Henkin Vol. 2 5719 #109, Vol. 2, Vol. 1 #206, Vol. 2 S. 103
  • VaYoel Moshe (Maamar shalosh Shvuos)
  • Igros Divrei Emuna S. 225 vom Toldos Ahron Rebbe

Eine besondere Betonung auf die Einhaltung der Drei Eide, selbst dann wenn die Nationen der Welt die “Erlaubnis” dazu erteilen würden, E”Y einzunehmen, ist in nachfolgenden Schriften zu finden. Mehrfacherwähnungen waren in diesem Zusammenhang leider unvermeidbar!

  • Ramban in Sefer HaGeulah
  • Ramban in Sefer HaEmunah Vihabitachon S. 369
  • Maharal in Netzach Yisroel Siman 24
  • Rav Yonason Eyebushitz in Ahavas Yonason zu Parshas Veeschanan
  • Yefas Toar
  • Yafeh Kol zu Shir HaShirim Raba 2:7
  • Bracha Meshuleshes in Chullin Perek 5 Mishna 3 (Autor von Bnei Yissaschar)
  • Rav Bentzion Sternfeld Rav of Bilsk in Shaarei Tzion in Parshas Zachor Siman 4
  • Abarbanel Mashmia Yeshuah, Mevaser 2, Nevuah 3
  • Akeidat Yitzchak in Shaar 26
  • Tzafnus Paneach zu daf 199 Mahadurat
  • R. Avraham Leiffer zum Zeis Raanan zu Yalkut Remez 227
  • Magdanut Avraham zu Shir haShirim 8:4
  • Av Beis Din von Krashov R. Gavriel Zev Asaolaka in Ohr leYisharim Michtav 42
  • Responsa Levushei Mordechai Mahadura Tlitai zu Yoreh Deah Siman 49
  • Ksav Sofer in Chelek 1 daf 24
  • Rav Yerachmiel Yishaya Mintzberg in Rishfei Aish S. 23
  • Responsa Yad Mordechai daf 120-121
  • Responsa Minchat Elazor Chelek 5 siman 12
  • HaRav Yirmiyahu Cohen zu Rashbash in Siman 2, Peas HaShulchan in Hilchos Eretz Yisroel Siman 1 seif 3 aus dem Buch “In the Footsteps of the Flock” S. 216
  • Rav Meir Simcha von Dvinsk, der Ohr Sameach in Meshech Chochma zu Parshas VaYechi 50:24

Sollten Sie bei Gelegenheit eine Möglichkeit finden, sich diese Seforim zu beschaffen und sie durchzuarbeiten, dann hätten Sie einen Überblick, wie und warum das thoratreue Judentum sich in allen Generationen entsprechend verhielt. Die Shalosh Shvuos waren genauso Bestandteil des Judentums wie das dreimalige tägliche Gebet, Herr Becker. Grundsätzlich wird der “religiöse Zionismus” daran auch nichts ändern, auch wenn er Massen von Juden ins Verderben geschickt hat. Die Spreu wird eben vom Weizen getrennt – auch dies ist ein Teil des gegenwärtigen Golus.

Wie definiert sich eigentlich ein “Jude”?

27. Oktober 2010

Zu unserem Artikel “Jüdischer Staat” – Antijüdisch! erreichten uns einige Fragen von Levi R. Goldstein, die wir hier gerne außerhalb der Kommentarfunktion veröffentlichen wollen:

Frage: Wie definiert sich eigentlich ein “Jude”?
Wie definiert sich eigentlich ein “jüdisches Volk”?

Ich würde mich freuen, wenn sie einmal ihren und davon verschiedene prominente Standpunkte darlegen könnten.

Antwort: “Jude” ist, nach dem jüdischen Religionsgesetz, der Thora, wer erstens von einer jüdischen Mutter geboren ist, und zweitens die Gesetze der Thora anerkennt und auch tatsächlich einhält.

Bei fehlen eines dieser beiden Bedingungen ist diese Person dann nach jüdischer Definition nicht “jüdisch”, und nicht als solche zu betrachten. Eine nicht-jüdisch geborene Person kann gleichwohl “jüdisch” werden, sie kann sich als Proselyt, als ‘Ger”, dem jüdischen Volk anschließen, muss aber dann das gesamte jüdische Thora-Gesetz für sich anerkennen, und ebenfalls einhalten.

Dasselbe gilt bei der Definition “jüdisches Volk”: So lange sich dieses an die an Gott am Berge Sinai abgegebene Verpflichtung hält, die “Thora”, das jüdische Religionsgesetz, treu einzuhalten, ist dieses Volk “jüdisch”. Kehrt es sich von diesem Göttlichen Gesetz ab, ist es nicht mehr jüdisch.

In allen Zeiten hat es sich an diese Verpflichtung gehalten, und war immer bemüht, das Göttliche Gesetz treu und pflichtbewusst einzuhalten.

Mit mehr oder weniger Erfolg. Es gab in allen Zeiten Einzelne, und auch größere und kleinere Gruppen, die sich von Gott, der Thora und dem jüdischen Gesetz abgewendet hatten, aber das waren immer nur Absplitterungen. Das Volk als Ganzes blieb “Gottes Volk”, also “jüdisch”.

Heute ist diese Regel noch immer gültig und kein Jota anders.

Was die Zionisten heute in Palästina (sogenannt “Israel”), vollführen, ein “Volk wie alle Völker”, ohne “Thora” ohne “Sinai” sein zu wollen, und es leider auch sind, mit der Lüge, das sei “das jüdische Volk”, ist falsch. Die haben mit dem wirklichen “jüdischen Volk” nicht das geringste zu tun, und auch keinerlei Berechtigung, im Namen desselben zu sprechen.

Die Zionisten beginnen dies selbst auch zu fühlen, und wollen diese Fiktion nun mit neuen Gesetzen und dummen Vorschriften “zementieren”. Es dürfte ihnen aber nicht gelingen. “Jüdisch ist nicht zionistisch, und zionistisch ist nicht jüdisch!”.

Diese Wahrheit wird sich durchsetzen, und es ist zu hoffen: Das jüdische Volk werde diese Fiktion “Zionismus gleich jüdisches Volk” bald los werden, und wieder klar und wie eh und je “Gottes Volk”, also “jüdisch” sein.

Frage: 1. Im “dritten Reich” wurde ja ein teiljüdisch-sein behauptet über das vorhandensein jüdischer Vorfahren. Ich habe gehört, dass dabei auch Proselyten zugerechnet wurden. Haben sie darüber eine Erkenntnis?
2. M.E. gilt hier in Deutschland das eigene Bekenntnis als ausreichend zur Religionszugehörigkeit. Können sie mir sagen, wie sie dazu stehen?

Antwort: Allerdings ist zu Ihren neuen Fragen zu sagen: Ich habe Ihnen geantwortet was mir aus den einschlägigen rabbinischen Schriften und Kommentaren zu den jüdischen Religions- und Thora-Vorschriften bekannt ist. Das ist aus “jüdischer” Sicht doch das einzig maßgebende und kompetente, was zu dem Thema wirklich relevant ist.

Es gibt sicher noch unzählige andere Ansichten und ‘Patente’ zu dieser Frage, doch ist dies alles nicht im Rahmen unserer Webseite, die sich ja als “unabhängig, Thoratreu und antizionistisch” definiert.

Außerdem bin ich persönlich nicht mit genügend umfassendem Wissen ausgerüstet, um diese heiklen Fragen kompetent und sachgerecht zu beantworten.

Auf ‘Wikipedia’ finden Sie auf Knopfdruck dazu jede Menge Information. Vor allem zu den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 und nachfolgenden Teiländerungen und Ergänzungen lässt sich etliches finden.

Nur soviel ergänzend dazu noch aus meiner Sicht: Die vom Grundsatz her als “Rassengesetzgebung” aufgebauten antijüdischen Gesetze der Nazis kamen nicht aus ohne Feststellung darüber ob jemandes Großeltern jüdisch waren oder nicht, also spielte deren “Religionszugehörigkeit” eine wesentliche Rolle. Andererseits galt jemand, der 3 jüdische Großeltern hatte, als “Volljude”, unabhängig davon ob seine eigene Mutter Jüdin war oder nicht. Diese “Variante” war sicherlich eher selten, doch zeigt sie, dass die Nazis eine andere Definition kreierten. Denn jemand, dessen beide Großeltern väterlicherseits Juden sind und dessen Großvater mütterlicherseits Jude ist, ist nach jüdischem Recht immer noch kein Jude, denn es “fehlt” ganz offensichtlich die jüdische Großmutter mütterlicherseits. Im Umkehrschluss war jemand, der “nur” EINE jüdische Großmutter mütterlicherseits hatte, nach der Logik der Nazis “nur” ein “Mischling zweiten Grades”, ist jedoch nach jüdischem Recht ganz einfach Jude.

Sie sehen also, wir bewegen uns hier auf einem schwierigen Terrain. Fakt war, ist und bleibt jedoch, dass nach jüdischem Recht nur derjenige als Jude gilt, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder nach den Gesetzen und Vorschriften des (orthodoxen) Judentums konvertiert ist und darüberhinaus (und dies gilt für den einen wie den anderen) die Gesetze und Lebensweise nach der Thora erfüllt. Alle anderen selbst gemachten “Definitionen” haben jedenfalls im Judentum keinerlei Bedeutung. Im übrigen auch jene auf ethnischen Kriterien aufgebaute Definitionen des Zionismus (die in vielen Punkten denen der Nazi-Definition ähneln) sind nach jüdischem Recht zu verwerfen.

In Deutschland reicht das sogenannte “Bekenntnis” aus, um bei den Behörden zu einer bestimmten “Religion” als zugehörig geführt zu werden. Doch auch dies hat – bezogen auf das Judentum – nichts damit zu tun, ob jemand tatsächlich Jude ist oder nicht. Sie können sich Morgen als “Jude” bei Ihrer Gemeinde registrieren lassen (es heißt dort dann “israelitisch”), doch sind Sie deshalb ja noch längst keiner. Ein “Bekenntnis” alleine macht noch keinen Juden. Das Judentum kennt auch derlei Dinge wie “Bekenntnisse” (ein eher christlich geprägter Begriff) nicht.

Frage: Ich nehme an, dass niemand die ganze Thora erfüllen kann. Gibt es dann also einen gewissen Kern, der erfüllt sein muss, oder reicht ein ernsthaftes Bemühen?

Antwort: Nein, es gibt keinen “gewissen Kern”, den man erfüllen kann, um damit ‘auch dabei zu sein’, und ‘eine Quittung für das Ganze’ zu bekommen! Und auch keinerlei “ernsthaftes Bemühen” kann hier als Ersatz einspringen.

Gott hat dem jüdischen Volk die Thora am Sinai mit allen Ge- und Verboten als Ganzes überrreicht, und das Volk Isroel (nicht ‘Israel’!) hat diese freudig angenommen und Gott versprochen, sie voll und ganz einzuhalten.

Ja, es stimmt wohl, dass kein Mensch von jeglicher Schwäche, Irrtum, gar gelegentlichem ‘Abweichen’ dauernd gesichert ist. Auch bei ernstestem Bemühen ist man dagegen nicht gesichert. Aber auch nach solchem, Bemühen und Abweichen, hat der Jude nicht aufgehört, “jüdisch” zu sein. Bei aufrichtiger Reue und frischem Elan in der gesamten Erfüllung des Göttlichen Willens, gewinnt er wiederum den Anschluss an die Thora, und an das Göttliche Wohlwollen, und bleibt dem jüdischen Volk erhalten.

In diesem Sinne ist vielleicht Ihre Bezeichnung, lieber Levi R., “ein ernsthaftes Bemühen”, auch nicht ganz unrichtig. Aber: “Ablässe”, das gibt es sicher nicht.

Es existieren menschliche Schwächen, Irrtümer oder auch Unkenntnis, die einen Menschen dazu verleiten können, das eine oder andere einmal nicht oder falsch zu tun. Doch im Grundsatz ist der Jude allseits verpflichtet, die Ge- und Verbote (613 an der Zahl) auszuüben, wenn man einmal von jenen absieht, die beispielsweise nur mit dem Heiligen Land oder dem Tempeldienst in Verbindung stehen.

Antworten für Nadi

19. Oktober 2010

Von REUVEN J. CABELMAN

Auf meinen Artikel “Ein Wort zu Pessach” gingen unter anderem Fragen von “Nadi” ein, die ich für wichtig und intelligent genug halte, sie auf der Startseite in einem Extra-Artikel zu beantworten, um sie so auch einem breiteren Leserkreis zugänglich machen zu können. Den Rest des Beitrags lesen »

פראפעסאר רבי יעקב ישראל דעהאן

15. Oktober 2010

ווער איז געוואען דער פראפעסאר, און וואס איז געווען זיין טייל אין קאמפף קעגן די ציונים אין יענע צייט

רבי ישראל יעקב דעהאן איז געבוירן געווארן אין יאר תרמא אין א קליין שטעטל נעבן אמסטרדאם אין האלאנד

זיין פאטער, רבי יצחק הלוי, איז געווען דער שוחט און חזן אין שטעטל, און אלע זיינע יארן האט ער זיך באמיהט צו געבן זיינע אכצן קינדער אן ערציאונג אין גייסט פון תורה

אבער ישראל יעקב, לערנענדיג אין דער שטאטישער גימנאזיע, איז מיטגעשלעפט געווארן מיט די חברים זיינע אין שטראם פון אסימילאציע Den Rest des Beitrags lesen »

דברי הרה”ג ר’ ברוך קאפלאן זצ”ל

18. Juli 2010

דברי הרה”ג ר’ ברוך קאפלאן זצ”ל

מנהל בבית יעקב לבנות, באמעריקע – א’ מגדולי בעלי המוסר

(א ווארט ביי ווארט איבערזעצונג פון א טעיפ, ווי ער דערציילט באריכות די גאנצע געשיכטע ווי ער איז געווען איינער פון די איבערלעבער פון דעם באוואוסן פאגראם אין חברון אין יאר תרפ”ט)

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Weiter in der Debatte zu Stephen Wise

26. April 2010

In der Debatte um die Rolle von Stephen Wise in den 30er Jahren erreichte uns die Zuschrift eines Lesers, die wir hier wiedergeben und beantworten:

Leser:

Wenn sich Juden in der ersten Zeit nach Hitlers “Machtergreifung” versteckten oder sich ins Ausland absetzten, dürfte das im Wesentlichen weder an ihrer religiösen noch an ihrer kulturellen Orientierung gelegen haben, sondern daran, dass sie Kommunisten, Sozialdemokraten oder sonstige engagierte Nazi-Gegner waren. Denn diese Gruppen traf die Verfolgung in den ersten Monaten nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler bei weitem am Härtesten. Ich bezweifle, ob in dieser Zeit irgendein Jude “als solcher”, einfach nur wegen seines Jude-Seins, eingesperrt wurde. Und wenn, dann war es die Ausnahme.

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1933: Zur Rolle des Zionisten Stephen Wise

14. April 2010

Frage von Thomas Immanuel Steinberg zum Video-Interview mit 3 Mitgliedern von Neturei Karta

Sehr geehrter Herr Cabelman,

im Gespräch dreier Neturei-Karta-Anhänger mit Harold Channer vom 30. Dezember 2009 wird der zionistische Rabbi Stephen Wise erwähnt, der 1933 zum Boykott Deutschlands aufgerufen habe, siehe:

http://www.youtube.com/watch?v=Z9LZBN0brJ8&feature=player_embedded

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Exil, Holocaust und Erlösung

12. April 2010

Nadi stellt folgende Fragen zum Artikel “Ein Wort zu Pessach”:

Sehr geehrter Herr Cabelman,

Ich sah meine Fragen schon als “verloren” an. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich Ihre Antworten auf meine Fragen lesen durfte. Ich danke Ihnen, das Sie sich die Zeit genommen haben, darauf einzugehen!!

Interessant ist für mich, dass offenbar die ganze Welt außer das gelobte Land “Exil” im Glaube des jüdischen Voles darstellt. Zudem dürfen Juden überall Leben, aber nicht in Palästina selbst?! Ist Palästina also tatsächlich irgendwann endgültige Heimstätte des jüdischen Volkes?

Wie aber konnten die Zionisten diese Jahrtausend alte Lehre in so kurzer Zeit ausschalten und damit auch noch Sympathisanten gewinnen? Was bewegte jene Juden die “Geduld des Exils” aufzugeben?

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Was geschieht nach “Messias”?

11. April 2010

Auszug aus einem Kommentar des “Israelit”-Lesers Khader zu dem Artikel “Was haben die Zionisten mit dem Heiligen Land zu tun”? und die Antwort eines Lesers:

 

Ich bin heute durch Zufall auf Ihre Seite gekommen.

Ein interessanter Text, vieles ist so wie ich es über das Judentum und ihre Erwartung des Messias von meinen Eltern gelernt habe. Als christliche Palästinenser pflegten sie den Umgang mit Juden und haben von ihnen gelernt.

Meine Frage nun ist, was genau wird mit dem heiligen Land und seinen Bewohnern, Juden sowie Nichtjuden, geschehen, wenn der Messias kommt?

Jetzt werden wir von den Zionisten vertrieben, werden wir dann von Gott vertrieben um ein messianisches Reich zu gründen?

Über Antworten auf diese Fragen würde ich mich freuen.

Khader

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“Säkulares Israel” als Lösung?

11. April 2010

Anregungen des Lesers Levi R. Goldstein zum Artikel “Die Lösung des Nahostproblems: Auflösung des Staates Israel”:

Wow! Meine erste Reaktion war natürlich ein überraschtes Lachen und ich habe mit Grinsen diesen Artikel  zu Ende gelesen. Aus ihrer religiösen Sicht, aus ihrem Glauben heraus ist die angeführte Lösung natürlich logische Konsequenz.

Aber: Wenn sie schon ihrem Gott zuweisen, dass nur er die Erlösung seines Volkes einmal verwirklichen wird und daher jedes Eingreifen, Aktiv-werden von menschlicher Seite abzulehnen ist: Warum sollte dann nicht ein säkularer Staat Israel möglich sein, der sich ausdrücklich nicht als jüdischer Staat versteht?

Das wäre eine zweite gangbare 1-Staat-Lösung des Konfliktes mit u.a. diesen Bedingungen:

- Alle Einwohner des Gesamtgebietes (Israel/Westbank/Gaza/hab ich was vergessen?) sind voll gleichberechtigt
- Soweit möglich wird unter Kontrolle der Vereinten Nationen eine Entschädigungsverfahren eingeleitet
- analog zu Südafrika wird eine Wahrheitskommission eingesetzt, um eine moralische Gerechtigkeit zu schaffen
- Kriegsverbrechen müssen verfolgt werden

Hätte evtl. den Vorteil, dass ein wenig mehr der Betroffenen zustimmen könnten.

Und vielleicht hat ja ihr Gott gar nicht so viel dagegen?!?

Im Übrigen ist diese Seite sehr nötig. Leider.

Liebe Grüße!

Levi R. Goldstein

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