Antworten für Nadi

Von REUVEN J. CABELMAN

Auf meinen Artikel “Ein Wort zu Pessach” gingen unter anderem Fragen von “Nadi” ein, die ich für wichtig und intelligent genug halte, sie auf der Startseite in einem Extra-Artikel zu beantworten, um sie so auch einem breiteren Leserkreis zugänglich machen zu können.

Nadi: Wie erklären Sie sich, dass orthodoxe Juden durchaus mit dem Gedanken der Staatsgründung Israels leben können? Menschen wie Sie gekleidet mit schwarzem Kappel und Bart?
Sind jene einer falschen Thoraexegese verfallen?

Antwort: Ja, vermutlich schon.

Denn in der Thora-Lehre heißt es, dass, um als “orthodox” zu gelten, nicht nur die Einhaltung der praktisch auszuübenden Gebote verbindliche Vorschrift sind, sondern auch dem Geiste der Thora zu folgen ist, welche ebenso vorschreibt, dass man sich mit Häretikern, also z.B. Gott-abtrünnigen Zionisten, nicht in Gemeinsamkeiten einlassen darf. Ja, das wird sogar als grundlegendes Verbrechen angesehen.

Wenn nun diese sich selbst als “orthodox” bezeichnenden Juden mit Bart und Kappel, sich mit den dem echten-Judentum abtrünnigen Zionisten und ihrem sogenannten “Judenstaat” einlassen, sich es dort bequem machen und deren finanzielle und andere Vorteile genießen, dann sind eben diese Pseudo-Orthodoxen gar keine Orthodoxen mehr.

Abgesehen davon, dass es Juden laut dem Thoragesetz streng verboten ist, vor dem Kommen des Messias das göttlich verhängte Exil zu unterbrechen und wieder in Massen in das heilige Land zurückzukehren. Wer dieses Verbot übertritt, kann daher noch einmal nicht als “orthodox” bezeichnet werden.

Man kann ja sehr leicht eine Bezeichnung, wie “orthodox” zu Unrecht angehängt bekommen, oder sie sich selbst überstreifen, genau wie übrigens der Name “Israel” von Gott dem jüdischen Volk gegeben wurde, die zionistischen Gottesgegner diesen aber ganz unberechtigt sich selbst anhängen, und ihn für ihren Verbrecherstaat verwenden.

Nadi: Was war die Grundeinstellung des Judentums vor dem erscheinen des Zionismus?

Antwort: Dass das ganze jüdische Volk die Gebote der Thora, genau so wie sie ihm am Berge Sinai gegeben wurden, bis ans Ende aller Tage treu einzuhalten habe. Inbegriffen die Vorschrift, dass es das Exil nicht vorzeitig unterbrechen darf.

Das hat es auch wirklich immer treu und ergeben getan, bis vor 100 Jahren die große Katastrophe eingetreten ist und Häretiker, Gott-abtrünnige Zionisten alles Göttliche abstreiften, die göttliche Erlösung verhöhnten, und eine eigene Erlösung, gipfelnd im “Staate Israel”, eingeleitet und, leider, ausgeführt haben.

Die Versuchung war, und ist, groß, sich mit dem “nunmal eingetretenen” Zustand zu arrangieren, und viele “fromme mit Kappel und Bart”-Juden lassen sich dazu verführen, da mitzumachen. Siehe oben.

Nadi: Hat das Judentum keine andere Alternative als das vorherbestimmte Exildasein und warum erklärte der Schöpfer dies zum Schicksal des Judentums?

Antwort: Nein, es hat keine Alternative. Warum?: Wir wissen das nicht, das ist Gottes Geheimnis.

Soviel wir sagen können: Weil der Schöpfer mit Seiner Welt Großes vor hat. Die endgültige Erlösung der Welt (nicht nur seines Volkes “Jsroel”, sondern der ganzen Welt), bringt der Welt eine Gotteserkenntnis, die uns heute nicht vorstellbar ist, aber von Gott geplant ist, und auch ganz sicher von ihm durchgeführt werden wird.

Dazu gehören noch manch andere Dinge, die wir erst kennen und erfassen werden, wenn sie eintreffen. Es ist uns nicht, oder noch nicht, gegeben, alle diese göttlichen Gedanken und Pläne jetzt zu verstehen. Jedenfalls gehört dazu auch die am Ende der Tage vorausgesagte GÖTTLICHE Erlösung des Gottesvolkes aus seinem Exil.

Das wird ein Teil der großartigen und dann eintretenden Welterlösung und Erfahren der Gotteserkenntnis sein.

Das alles muss daher von den Juden, im Exil, treu abgewartet werden und darf nicht durch eigene Wege und Ungeduld vorzeitig “erzwungen” werden.

Es wird aber nicht funktionieren. Gott wird das vorausbestimmte Exil wieder eintreten lassen. Und es, sobald ER SELBST dies für richtig hält, sie daraus erlösen. Denn: Das Exil, UND die Erlösung, beides sind Meilensteine in Seinem für uns nicht nachvollziehbaren Weltenplan, und gar nichts in der Welt, auch nicht die Idee einer „vorzeitigen zionistischen Erlösung“, wird imstande sein, Gott von Seinem vorbestimmten Plan abzuhalten.

Nadi: Dürfen orthodoxe Juden, das zionistische Regime auch gewaltsam bekämpfen um größeren Schaden vom Judentum abzuwenden?

Anwort: Ja schon, wenn sie könnten.

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4 Antworten to “Antworten für Nadi”

  1. Nadi Says:

    Sehr geehrter Herr Cabelman,

    Ich sah meine Fragen schon als “verloren” an. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich Ihre Antworten auf meine Fragen lesen durfte.
    Ich danke Ihnen, das Sie sich die Zeit genommen haben, darauf einzugehen!!
    Interessant ist für mich, das offenbar die ganze Welt außer das gelobte Land “Exil” im Glaube des jüdischen Voles darstellt. Zudem dürfen Juden überall Leben aber nicht in Palästina selbst?! Ist Palästina also tatsächlich irgendwann entgültige Heimstätte des jüdischen Volkes?
    Wie aber konnten die Zionisten diese jahrtausend alte Lehre, in so kurzer Zeit ausschalten und damit auch noch Symphatisanten gewinnen?
    Was bewegte jene Juden die “Geduld des Exils” aufzugeben?
    Eine letzte bescheidene Frage:

    Wie betrachten sie das Ereignis des Holkausts aus jüdischer Sicht? Kann der Bruch mit Gott, nach jüdischer Theologie schwere Strafen in der größe eines Holokausts nach sich ziehen? Zuweilen las ich bereits Erlärungen orthodoxer Juden, die in Folge des Buchs mit Gottes Gesetzen behaupteten, das der Holokaust die Folge eines solchen Rechtsbruch gewesen ist?

    Da ich die Entwicklungen der antizionistichen Juden mit viel Neugierde beobachte, hoffe ich sehr, das Sie meine vielen Fragen nicht als zu Belastend betrachten?

    Für Ihre Antworten bedanke ich mich auf jedenfall schon einmal im vorraus!
    gesegnete Grüße
    Nadi

  2. derisraelit Says:

    Lieber Nadi,

    wirklich herzlichen Dank für das rege Interesse an den Artikeln und Aussagen. Eine ausführliche Antwort auf die neuen Fragen sind auf unserer “Frage- und Antwortseite” zu finden:

    http://derisraelit.wordpress.com/2010/04/12/exil-holocaust-und-erlosung/

  3. Nadi Says:

    Sehr geehrter Herr Cabelman,

    Ich habe dankend ihre weiteren Antworten zu meinen Fragen gelesen und bin ausgesprochen zufrieden gestellt worden.
    Ihre Anmerkungen haben so einige Wissenslücken in mir geschlossen.
    Der ganze Konflikt ist zutiefst Religiös und kehrt zu der grundsätzlichen fundamentalen Frage zurück, wie sehr wir Gott Lieben und Ihm gehorchen?
    Auf die Frage eines Gläubigen, Imam Jafer Sadiq(6 ter Imam der Schiiten)gegenüber, woran man erkennt das Gott einen Liebt, antwortete Imam Sadiq:” Gott liebt dich um nichts mehr als um das was er dir aufgetragen und zur Pflicht gemacht hat, er liebt dich so wie du IHN Liebst!”
    Es ist Liebe und Hingabe zu Gott, darum geht es geht. Erfüllung und Gottvertrauen auf ein Leben zu Gott hin.
    Ich verstehe nun warum der Zionismus so abscheulich reagiert, er will jegliches Band der Gläubigen (Juden)zu Gott brechen und den Bund der frommen zu Gott auflösen.
    Das goldene Kalb wartet wieder errichtet zu werden..Gott möge es verhüten!
    Nochmals also vielen Dank, für die Zeit und Geduld, die Sie aufgewendet haben um meine Fragen gewissenhaft zu beantworten!

  4. Anonym Says:

    “Abgesehen davon, dass es Juden laut dem Thoragesetz streng verboten ist, vor dem Kommen des Messias das göttlich verhängte Exil zu unterbrechen und wieder in Massen in das heilige Land zurückzukehren. Wer dieses Verbot übertritt, kann daher noch einmal nicht als “orthodox” bezeichnet werden.”

    Der Prophet Jesaja, der wohl wichtigste Exil Prophezeier lebte ca. 150 Jahre vor dem Babylonischen Exil, warum ist es nicht denkbar dass er den Babylonischen Exil meinte?

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