Archive for April 2010

Weiter in der Debatte zu Stephen Wise

26. April 2010

In der Debatte um die Rolle von Stephen Wise in den 30er Jahren erreichte uns die Zuschrift eines Lesers, die wir hier wiedergeben und beantworten:

Leser:

Wenn sich Juden in der ersten Zeit nach Hitlers „Machtergreifung“ versteckten oder sich ins Ausland absetzten, dürfte das im Wesentlichen weder an ihrer religiösen noch an ihrer kulturellen Orientierung gelegen haben, sondern daran, dass sie Kommunisten, Sozialdemokraten oder sonstige engagierte Nazi-Gegner waren. Denn diese Gruppen traf die Verfolgung in den ersten Monaten nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler bei weitem am Härtesten. Ich bezweifle, ob in dieser Zeit irgendein Jude „als solcher“, einfach nur wegen seines Jude-Seins, eingesperrt wurde. Und wenn, dann war es die Ausnahme.

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1933: Zur Rolle des Zionisten Stephen Wise

14. April 2010

Frage von Thomas Immanuel Steinberg zum Video-Interview mit 3 Mitgliedern von Neturei Karta

Sehr geehrter Herr Cabelman,

im Gespräch dreier Neturei-Karta-Anhänger mit Harold Channer vom 30. Dezember 2009 wird der zionistische Rabbi Stephen Wise erwähnt, der 1933 zum Boykott Deutschlands aufgerufen habe, siehe:

http://www.youtube.com/watch?v=Z9LZBN0brJ8&feature=player_embedded

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Exil, Holocaust und Erlösung

12. April 2010

Nadi stellt folgende Fragen zum Artikel „Ein Wort zu Pessach“:

Sehr geehrter Herr Cabelman,

Ich sah meine Fragen schon als „verloren“ an. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich Ihre Antworten auf meine Fragen lesen durfte. Ich danke Ihnen, das Sie sich die Zeit genommen haben, darauf einzugehen!!

Interessant ist für mich, dass offenbar die ganze Welt außer das gelobte Land „Exil“ im Glaube des jüdischen Voles darstellt. Zudem dürfen Juden überall Leben, aber nicht in Palästina selbst?! Ist Palästina also tatsächlich irgendwann endgültige Heimstätte des jüdischen Volkes?

Wie aber konnten die Zionisten diese Jahrtausend alte Lehre in so kurzer Zeit ausschalten und damit auch noch Sympathisanten gewinnen? Was bewegte jene Juden die „Geduld des Exils“ aufzugeben?

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Was geschieht nach „Messias“?

11. April 2010

Auszug aus einem Kommentar des „Israelit“-Lesers Khader zu dem Artikel „Was haben die Zionisten mit dem Heiligen Land zu tun“? und die Antwort eines Lesers:

 

Ich bin heute durch Zufall auf Ihre Seite gekommen.

Ein interessanter Text, vieles ist so wie ich es über das Judentum und ihre Erwartung des Messias von meinen Eltern gelernt habe. Als christliche Palästinenser pflegten sie den Umgang mit Juden und haben von ihnen gelernt.

Meine Frage nun ist, was genau wird mit dem heiligen Land und seinen Bewohnern, Juden sowie Nichtjuden, geschehen, wenn der Messias kommt?

Jetzt werden wir von den Zionisten vertrieben, werden wir dann von Gott vertrieben um ein messianisches Reich zu gründen?

Über Antworten auf diese Fragen würde ich mich freuen.

Khader

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„Säkulares Israel“ als Lösung?

11. April 2010

Anregungen des Lesers Levi R. Goldstein zum Artikel „Die Lösung des Nahostproblems: Auflösung des Staates Israel“:

Wow! Meine erste Reaktion war natürlich ein überraschtes Lachen und ich habe mit Grinsen diesen Artikel  zu Ende gelesen. Aus ihrer religiösen Sicht, aus ihrem Glauben heraus ist die angeführte Lösung natürlich logische Konsequenz.

Aber: Wenn sie schon ihrem Gott zuweisen, dass nur er die Erlösung seines Volkes einmal verwirklichen wird und daher jedes Eingreifen, Aktiv-werden von menschlicher Seite abzulehnen ist: Warum sollte dann nicht ein säkularer Staat Israel möglich sein, der sich ausdrücklich nicht als jüdischer Staat versteht?

Das wäre eine zweite gangbare 1-Staat-Lösung des Konfliktes mit u.a. diesen Bedingungen:

– Alle Einwohner des Gesamtgebietes (Israel/Westbank/Gaza/hab ich was vergessen?) sind voll gleichberechtigt
– Soweit möglich wird unter Kontrolle der Vereinten Nationen eine Entschädigungsverfahren eingeleitet
– analog zu Südafrika wird eine Wahrheitskommission eingesetzt, um eine moralische Gerechtigkeit zu schaffen
– Kriegsverbrechen müssen verfolgt werden

Hätte evtl. den Vorteil, dass ein wenig mehr der Betroffenen zustimmen könnten.

Und vielleicht hat ja ihr Gott gar nicht so viel dagegen?!?

Im Übrigen ist diese Seite sehr nötig. Leider.

Liebe Grüße!

Levi R. Goldstein

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„Orthodoxe“ Juden im israelischen Parlament?

11. April 2010

Nadis Frage zum Interview mit Reuven J. Cabelman in der Berliner Umschau und dem gleichlautenden „Israelit“-Artikel „Für wen spricht Shimon Peres?“ :

Was ist mit den ultra-orthodoxen Juden im z.Zt. israelischen Parlament, die die rabiatesten Vertreter gegen die Palästinenser überhaupt sind. Hat Peres nach heutiger Einschätzung der Israelpolitik den Friedensnobelpreis noch verdient? Wie ist es mit den orthodoxen Juden in den USA, die dafür sorgen, dass es Israel nicht an Geld fehlt seine Politik von heute so zu bestreiten.

Eine höchst interessante und aktuelle Frage, lieber Nadi. Als traditionstreuer, absolut Zionismus ablehnender Jude will ich dazu folgendes erklären:

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